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EyeFi Pro X2, WiFi-Karte für Kameras – Failure by Design? (Review)

EyeFi Pro X2-Karte, 8GB Platz und WiFi onboard

EyeFi Pro X2-Karte, 8GB Platz und WiFi onboard

Das Versprechen ist schon sexy: die EyeFi Pro X2-Karte kommt in die Kamera hinein und schon werden Fotos per WLAN auf Smartphone, Tablet, Laptop oder gleich in die Cloud  übertragen. Notfalls auch ohne bereits vorhandenes Netzwerk (Ausnahme: Cloud).
Viel wurde in Blogs über das kleine Wunder bereits berichtet (bspw. eher ausgewogen bei Fotografr), genug für mich um es ausprobieren zu wollen.

Das Ziel vor Augen. Es sind head shots von 15 Personen zu fotografieren und die Ergebnisse sollen während des Shootings den Kunden gezeigt werden. Was also liegt näher als die eingesetzte Ausrüstung um ein iPad und eine EyeFi-Karte zu ergänzen?  Die Erfahrung lehrt: neue Technik wird vor dem Produktiveinsatz getestet, also wird das Ganze ausreichend vorher im “Labor” getestet.

Ist meine Ausrüstung kompatibel? EyeFi-Karten gibt es ausschließlich als SD-Karten, Kameras ohne SD-Slot tauchen in der EyeFi-Kompatibilitätsliste erst gar nicht auf. Schön das die neueren Sony DSLRs/SLTs kompatibel sind, schade nur das die von mir genutzte alpha 850 nur jeweils einen CF- und einen Memory-Stick-Schacht hat und damit per se als inkompatibel gelistet wird.
Doch halt, mal schauen was Google findet! Und schon tröpfeln sie rein, Berichte das man da schon was basteln könne, mit entsprechenden CF-SD-Adaptern und dem neuen Direct-Mode ginge da was und man kenne einen, der das auch mit dieser Kamera schon hinbekommen habe.

Welche Variante darf’s denn  sein? Die Webseite bietet einen Vergleich der verschiedenen EyeFi-Karten und ihrer Fähigkeiten. Für mich ausschlaggebend: es soll auch ohne Router funktionieren, ein Zwangsupload in die Cloud ist unerwünscht, mir kommt es nur auf den Transfer von JPG-Dateien an. Lange Zeit war für dieses Pflichtenheft die Pro X2-Variante erforderlich … bis der Direct Mode für alle Karten freigegeben wurde.

Mit SD-CF-Adapter passt die Karte auch in CF-Slots

Mit SD-CF-Adapter passt die Karte auch in CF-Slots

Was nicht passt, wird passend gemacht. Also: Karte bestellt, CF-SD-Adapter ebenfalls und schon kann’s losgehen. Der Hardwareteil ist schnell bewältigt: vom Kartenadapter werden Aufkleber und “Schutzbleche” entfernt (um die Abschirmung zu verringern und die WLAN-Reichweite zu verbessern), EyeFi-Karte in den Adapter, Adapter in den CF-Schacht der Kamera, fertig. Eine erste Funktionskontrolle zeigt: als 8GB-Karte funktioniert das Ganze schon mal.
Dennoch der Hinweis: der Hersteller weist darauf hin das der Einsatz der Karte in solchen Adaptern problematisch ist und rät generell davon ab.

In Sachen Konfiguration der Karte wird es allerdings kompliziert: EyeFi-Karten müssen zuerst über PC oder Mac konfiguriert werden, ohne Anmeldung auf der Webseite geht das leider nicht. Dann ist ein Programm auf dem PC zu installieren und die Karte zu konfigurieren. Leider geht das nicht mit jedem Kartenleser, nach zwei erfolglosen Versuchen mit Kartenlesern von Hama und SanDisk funktionierte die Konfiguration nur mit der EyeFi-Karte im mitgelieferten Kartenleser.

Im letzten Schritt ist die Karte noch mit dem Tablet zu verbinden. Das geht über die Einstellungen des Tablets (hier iPad). Klingt einfach, ist es eigentlich auch, aber gerade auf iPad-Vielnutzer warten dabei zahlreiche Fallstricke, doch dazu unten mehr.
Zum späteren Tethering wird entweder die EyeFi-App benutzt oder aber (auf iOS) das durchdachter wirkende App Shuttersnitch.

Wird eine inkompatible Kamera so zu einer Kompatiblen?

Wird eine inkompatible Kamera so zu einer Kompatiblen?

Erfahrungen und Stoplersteine. Disclaimer: die hier eingesetzte Kombination schließt eine “inkompatible” Kamera mit ein. Allerdings dürften sich auch Nutzer sog. kompatibler Kameras bei den folgenden Erfahrungen wiederfinden.

a) Reichweite
Dank dem CF-Adapter und dem Metallgehäuse der Kamera ist die WLAN-Reichweite der Karte begrenzt, drei Meter waren OK, jenseits von fünf Metern geht leider nicht mehr viel.

b) Stromverbrauch
Die Karte wird von der Kamera mit Strom versorgt und das reduziert die Anzahl der Bilder pro Akkuladung deutlich (für den Autor akzeptabel).
Pikant bei der hier verwendeten Kamera: manche ältere DLSRs schalten die Stromversorgung des CF-Slots nach Schreib-Lese-Operationen ab; ist die Zeit zu knapp, dann ist die EyeFi-Karte wieder stromlos bevor das Bild vollständig übertragen wurde.

c) Übertragungsgeschwindigkeit
Kleine JPG-Bilder wurden in 12-15 Sekunden übertragen, bei großen Auflösungen wird die Geduld aber arg strapaziert. Wenn das nur beeinflusst, wann das Bild auf dem Tablet zu sehen ist, dann stört das wenig (die direkte Kontrollmöglichkeit auf dem Tablet geht aber schon verloren). Wenn allerdings die Kamera nach einem Burst gebremst wird oder nach den Headshots einer Person die Kombination Minuten braucht um die Bilder zu übertragen, dann stört das erheblich.

d) Direct Mode mit dem iPad
Toll wenn’s funktioniert, so hatte ich es mir auch vorgestellt. Aber … versorgt die Kamera die Karte nicht ständig mit Strom, so kommt es vor das sich das iPad nach abgebrochener Verbindung in andere bekannte WLANs einwählt. Das kann man am Apple-Gerät zwar ausschalten, muss dann aber bei der nächsten Einwahl in ein solches WLAN ggf. die Passphrase wieder eingeben.

e) Ease of use / Konfiguration
Für mich nicht akzeptabel. Warum muss ich mich auf einer Webseite anmelden um die Karte zu konfigurieren? Warum muss sich Software auf meinem Rechner installieren, warum geht das nicht mit einem portablen Konfigurationsprogramm?

Fazit. Für einen Anwendungsfall wie “EyeFi-Karte in der (kompatiblen) Point-n-Shoot und bei der Rast im Starbucks oder bei der Rückkehr nach Hause werden meine Bilder automatisch hochgeladen” funktioniert das Ganze bestimmt passabel, Geschwindigkeit dürfte dann auch keine große Rolle spielen. Ehrlich gesagt: das wäre es mir nicht wert.
Der Fall “Tethering mit einer kompatiblen DSLR” macht IMHO nur Sinn wenn es nicht schnell gehen muss. Vom Einsatz mit einer “inkompatiblen” Kamera kann ich nur abraten; es kann zwar durchaus funktionieren, Gewähr gibt es dafür aber keine. Ganz subjektiv: keine Kaufempfehlung.

Was aus meinem Head-Shot-Shooting mit 15 Personen wurde? Die Kamera wurde per Kabel “tethered” am Laptop eingesetzt. Die unmittelbare Erfolgskontrolle am Bildschirm (statt am Kameradisplay) war sehr angenehm, die Kombination war flink und die Abgebildeten waren begeistert, schnell ein Zwischenergebnis sehen und ihr Posing anpassen zu können.

Sam (0 comments)Sonntag, 06. Mai 2012 - 15:03:44

Das entspricht meinen Erwartungen und war der Hauptgrund, warum ich, obwohl ich tethered Shooting liebe, mir nie so eine Karte zugelegt habe: es ist einfach zu lahm.

Eine völlig andere Alternative zu USB wäre noch HDMI (bei vorhandenem Ausgang), um die Bilder auf einem externen Display ansehen zu können. Wobei dann natürlich die Anzeige abhängig von der Kamera ist, beim tethern kann man sie schön parallel sehen, auch wenn weiter fotografiert wird.

Fluoro Bodypainting (Fotogalerie)

Die Möglichkeit Unsichtbares abzulichten bietet sich Fotografen nicht oft. Arbeiten allerdings Bodypainter mit UV-aktiven Farben und wird das Kunstwerk anschließend von einer begnadeten Tänzerin zu passender Musik auf einer Bühne mit UV-Beleuchtung präsentiert, dann ist das ein farbenprächtiges und unvergessliches Schauspiel.

Alle Aufnahmen entstanden bei den World Fluoro Awards des World Bodypaining Festivals in Österreich, in den Jahren 2008 bis 2011. In der Menüzeile oben kann die Galerie unter “Fotogalerie, Fluoro Bodypainting” auch als Slideshow betrachtet werden.
Warum die Bilder so körnig sind, teilweise nicht optimal fokussiert oder Bewegungsunschärfe zeigen? Bei der Bühnepräsentation ist die Beleuchtung alles andere als üppig und die Tänzer(innen) sind flink; das bedeutet hohe Isowerte, lange Belichtungszeiten und (meist) Verzicht auf den Autofokus.

ICE Light, das Lichtschwert für den Fotografen (neue Produkte)

http://www.theicelight.com/

http://www.theicelight.com/

Endlich können Fotografen demnächst das gleiche tun, was schon Jedi-Ritter und Sith begeistert praktizieren: mit dem Lichtschwert herumfuchteln arbeiten.
Der in Australien bekannte Hochzeitfotograf Jerry Ghionis (Portfolio, Blog, Twitter, Facebook) hat in Zusammenarbeit mit Westscott das ICE Light entwickelt. Ein Haufen LEDs mit einer Lichttemperatur von 5400 Kelvin, mit eingebautem Akku für 60 Minuten Leuchtdauer, in einem 52cm langen Gehäuse und mit 580 Gramm Gewicht.

Was aussieht wie ein (kurzes) Lichtschwert soll die Arbeit von On-Location-Fotografen und Videofilmern revolutionieren und “Wrap-around” Licht auch ohne Lichtformer ermöglichen.
Ganz nebenbei entsteht mit i.c.e. Society eine Social Community rund um das Produkt und den Erfinder Jerry Ghionis.

Erhältlich sein wird das ICE Light irgendwann im April diesen Jahres und zwar von der eigens eingerichteten Webseite, von Westscott und von ausgesuchten Händlern. Für 499,- USD wird das Gerät erhältlich sein, ein als “The ICE Pack” bezeichnetes Zubehörset wird für voraussichtlich 199,- USD angeboten.
Das ist zwar kein Pappenstiel, wenn das Gerät aber hält was es verspricht, dann dürften Lösungen wie das Saberstrip Konkurrenz bekommen (einen lesenswerten Review des Saberstrips gibt es bei Glyn Dewis).

In Folge 198 des Shutters Inc Podcast war ein interessantes Interview von Bruce Williams mit Jerry Ghionis zu hören. Der Podcast ist übrigens auch sonst immer das reinhören wert, auch ohne Shelton Muller.

Sam (0 comments)Samstag, 24. März 2012 - 12:14:33

Farbtemperatur alleine ist ja noch nicht alles – spannend bleibt, ob die LEDs das nötige Farbspektrum abdecken.
Bei vielen LEDs kommen ja bestimmte Farbtöne nicht korrekt rüber, auch wenn Weiß tatsächlich gut aussieht.

Uwe (0 comments)Samstag, 24. März 2012 - 14:19:43

@ Sam: richtig. Im Interview steckt ein kleiner Hinweis, als Jerry Ghionis berichtet, dass im Rahmen der Entwicklung ein Grünstich auffiel, der dann mit einem leichten Magentafilter korrigiert wurde. Das Spektrum könnte etwas uneben sein.

PocketWizard Plus II vs. Phottix Strato II Multi (Review)

PocketWizard Plus II vs. Phottix Strato II Multi

PocketWizard Plus II vs. Phottix Strato II Multi

PocketWizard gilt unter Fotografen als der Anbieter von professionellen Funkauslösern, Phottix als Preisbrecher in der selben Produktsparte. Da ich Systeme beider Hersteller parallel einsetze, war es Zeit für einen Erfahrungsbericht.
Wie man zwei so ungleiche Produkte miteinander vergleichen kann? Na, beispielsweise in dem man den Einsatz der zwei Systeme unter ähnlichen Bedingungen betrachtet und Pro und Contra unter Einsatzbedingungen miteinander vergleicht.

Geräteklasse. In beiden Fällen handelt es sich um Funkauslöser, mit denen sowohl Blitzgeräte jeder Art, wie auch Kameras per Funk ausgelöst werden können. Dabei wird das eigentliche Auslösesignal übertragen, TTL-Signale werden nicht übertragen und die Einstellung der Blitzleistung per Funk ist nicht möglich. Entspricht damit dem klassischen Strobist-Gedankengut.
Geräte mit TTL-Übertragung gibt es von Kameraherstellern, von PocketWizard (getestet von Sam Jost, Bert Stephanie, Robert Kneschke und Martin Storz), RadioPopper und Anderen.

Unterschiede. Im Detail weisen die beiden Geräte deutliche Unterschiede auf, im folgenden sehr grob beschrieben.

  • PocketWizard Plus II (kurz PW +II). Vier Kanäle, keine Gruppen, Frequenzbereich 433 MHz, als Transciever ausgestattet (jedes Gerät kann als Sender, Empfänger oder beides arbeiten). Maximale Reichweite ca. 500m. Gewicht ca. 140gr, Betrieb mit zwei AA-Batterien oder -Akkus.
    In dieser Form unverändert auf dem Markt seit 2006. Vom gleichen Unternehmen gibt es Vorgänger- und Nachfolgemodelle, teilweise auch mit der Möglichkeit der Übertragung von TTL-Signalen via Funk. Kompatibilität mit Vorgängern und Nachfolgern im Rahmen gleicher Funktionalität.
  • Phottix Strato II Multi (kurz: Strato II). Vier Kanäle, vier Gruppen, Frequenzbereich ca. 2,4GHz, Unterscheidung in Transmitter und Reciever (dedizierte Geräte). Maximale Reichweite ca. 120m. Gewicht ca. 49gr (Empfänger), bzw. 60gr (Sender), Betrieb mit zwei AAA-Batterien oder -Akkus.
    In dieser Form auf dem Markt seit ca. 2010. Vom gleichen Hersteller sind auch Vorgänger- und Nachfolgegeräte auf dem Markt. Kompatibilität mit Vorgängern im Rahmen gleicher Funktionalität.

Anschluß gesucht. Kontakt zur Kamera nehmen beide über den Mittenkontakt (Hotshoe) auf. PW +II können alternativ per Kabel mit der auslösenden Kamera verbunden werden, Strato II nur per Hotshoe/TTL-Verlängerung.
Deutliche Unterschiede gibt es beim Anschluss einer auszulösenden Kamera oder eines Blitzgerätes. Strato II bietet primär den Hotshoe der Empfänger als Kontakt zum Blitz an, alternativ/gleichzeitig funktioniert der Anschluß per Kabel (3,5mm-Klinke), eine Kamera kann ebenfalls angeschlossen werden (2,5mm-Klinke, liegt bei). An PW +II können Blitze oder Kameras ausschließlich per Kabel angeschlossen werden, bis zu zwei gleichzeitig. Ein weiterer Vorteil des Strato II: der durchgeschleifte Hotshoe auf dem Sender gibt TTL-Signale an einen dort angeschlossenen Blitz weiter, mangels Hotshoe geht das bei PW +II nur per Kabel und dann ohne TTL.
Mechanisch sind die Strato II Empfänger auf ihrer Unterseite mit einem “Coldfoot” mit Stativgewinde 1/4″ ausgestattet, das Stativgewinde des PW +II ist auf der Rückseite eingelassen. Beiden Geräten liegen Schlaufen bei, um die Geräte bspw. am Leuchtenstativ baumeln zu lassen.
Wegen der universelleren Anschlussmöglichkeiten 1 Punkt für das Produkt von Phottix, Zwischenstand 0:1 (PW +II : Strato II).

Mechanische Qualität und Zuverlässigkeit. Die Verarbeitungsqualität beider Produkte ist gut, die Materialien wirken gleichermaßen robust. Die Reichweitenangabe in den Handbüchern sind realistisch. Fehlauslösungen hatte ich … weiterlesen –>

[...] Contra. Es ist viel Zeit vergangen. Für Aufnahmen im kleinen bis mittleren Studio und auf Veranstaltungen war ich auf der Suche nach einem System das mehrere Gruppen auslösen kann, die Arbeit mit Sony- / Minolta-Blitzen vereinfacht und vielleicht etwas kompakter ist. Fündig wurde ich bei Phottix Strato II Multi, leider über Jahre hinweg eben nicht bei PocketWizard (ein Vergleich der beiden ungleichen Systeme in einem der nächsten Artikel). [...]

MiGel von "Licht(in)former" (0 comments)Mittwoch, 04. April 2012 - 02:57:02

Ich würde gern noch 2 Dinge ergänzen:

1. Ich habe auch die E-TTL-Variante der PW getestet, erscheinen in Teilen auf Licht(in)former und Fotografr.

2. Im Test hatte ich auch die Phottix Atlas, kompatibel zu den PW Plus II und SEHR ähnlich (und in Teilen besser).
http://www.michael-gelfert.de/blog/review-test/review-phottix-atlas-teil-1/

PocketWizard Plus III … und warum er (für mich) zu spät kommt

PocketWizard-Plus-III © 2012 pocketwizard.com

PocketWizard-Plus-III © 2012 pocketwizard.com

Spannende Nachrichten in Sachen Fototechnik hatte kürzlich PocketWitzard.com zu bieten: die nächste Generation überarbeiteter (Blitz-)Funkauslöser, der PocketWizard Plus III.

Die Spezifikation ist wirklich beeindruckend (gegnüber dem Vorgänger Plus II): überarbeitetes Gehäuse (ohne die lange flexible Antenne), eine Benutzeroberfläche mit LCD und Menüführung, Geräte in vier Gruppen pro Kanal auslösen, mehr Kanäle, Repeater Modus (s. Test von Joe McNally), UVP unter dem des Vorgängers Plus II, kein wireless TTL / drahtlose Einstellung der Leistung von Studioblitzen (OK für mich), und und und …

Ein reizvolles Gerät, aber für mich – und demnächst für jede Menge Canon-Fotografen – leider zu spät. Wie das?

Pro. Selbst setze ich zwei (Blitz-)Fernauslösersysteme ein, eines davon PocketWizard Plus II. Die kompaktere Form des Plus III, keine Gummiantenne mehr die sich ständig in Taschen verheddert, die Möglichkeit Gruppen auszulösen und Konfigurationsmöglichkeiten die über jene des direkten Vorgängers hinausgehen machen den Griff zur Kreditkarte leicht. Die Robustheit, ihre Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit habe ich im Lauf der letzten Jahre sehr zu schätzen gelernt.

Contra. Es ist viel Zeit vergangen. Für Aufnahmen im kleinen bis mittleren Studio und auf Veranstaltungen war ich auf der Suche nach einem System das mehrere Gruppen auslösen kann, die Arbeit mit Sony- / Minolta-Blitzen vereinfacht und vielleicht etwas kompakter ist. Fündig wurde ich bei Phottix Strato II Multi, leider über Jahre hinweg eben nicht bei PocketWizard (ein Vergleich der beiden ungleichen Systeme in einem der nächsten Artikel).

Just heute berichtet Syl Arena über das neue Canon Speedlite 600EX-RT und den Wireless Transmitter ST-E3-RT. Selbstverständlich, mit TTL, bis zu fünf Gruppen, 2,4 GHz sowie einer Menüführung die an Ergonomie und Einstellmöglichkeit wohl nicht viele Wünsche offen lässt. Da wird wohl Nikon nicht lange auf sich warten lassen.

Was bleibt? Sehr interessante Zeiten für jeden der sich (ein neues oder erstmalig) Funkauslösersystem zulegen möchte (dazu s.a. David Hobby, the Strobist). Wer in das PW +III System investieren möchte, wird bald die Möglichkeit dazu haben. PW +II dürften sowohl als Neugeräte als auch gebraucht im Preis rutschen (Vorsicht bei Importen, unterschiedliche Frequenzen bei der US- und der CE-Version!). Manche Canon-Fotografen mit RadioPopper, den TTL-PocketWizards oder anderen Systemen dürften Dank Canon’s Ankündigung ebenfalls über Neuinvestition und den Gebrauchtverkauf existierender Gerätschaften nachdenken.
Systeme werden endlich wieder innoviert, für viele Fotografen eröffnen sich interessante Möglichkeiten und PocketWizard bekommt wahrscheinlich zunehmend den Wettbewerb zu spüren (und kannibalisiert den PocketWizard MultiMAX aus gleichem Hause).

Tipp: Geschichten hinter vergessenen Mauern (Dokumentarfilm)

Geschichten hinter vergessenen Mauern

Es kommt wahrhaftig nicht oft vor, aber bald haben die Urban Explorer um und in Leipzig ihren eigenen Film.

Der Dokumentarfilm betrachtet das Thema Lost Places aus einer Vielzahl von Blickwinkeln. So kommen ehemalige Bewohner, Arbeiter, Anwohner, Stadtplaner, Abrissexperten, Geocacher und Urban Explorer zu Wort.

Filmpremiere ist am 30.03.2012 im Sowjetischen Pavillon der Alten Messe Leipzig. Weitere Vorführungen gibt es am 31. März und am 1. April.
Eintrittskarten, DVD und CD mit dem Soundtrack sind über visionbakery.de (eine Art deutschsprachiges Kickstarter) erhältlich. Das ist Crowd Sourcing vom Feinsten, die DVD ist auf jeden Fall schon bestellt.