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WBF 2009 – Kampf mit dem Bokeh-Monster

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Oder auch: Warum ein lichtstarkes Objektive für viel Geld manchmal ziemlich bockig ist und wie man das Monstrum zähmt um damit gute Bilder zu produzieren.

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Was für’n Bock? Nein nein, es geht um Bokeh und Wikipedia definiert den Begriff so:

Bokeh (von jap. boke „unscharf, verschwommen“ [1]) ist ein in der Fotografie verwendeter Begriff, um die subjektive, ästhetische Qualität von unscharfen Gebieten in einer fotografischen Abbildung zu kennzeichnen, die von einem Objektiv projiziert werden. Es geht dabei nicht um die Stärke der Unschärfe, sondern darum, wie die Unschärfebereiche aussehen.

Wer ein Hohelied über das Bokeh im Allgemeinen hören will wird ja schon bei den Blognachbarn fündig (hier, dort, da, da auch). Auch an Blogposts über das richtige Stück Glas für’s schöne Bokeh herrscht aktuell kein Mangel (siehe bei kwerfeldein, zoomyboy, Martin Bailey).
Dafür geht es in diesem Artikel um die Frage warum sog. “Bokeh-Monstren” auch oft unscharfe Ergebnisse produzieren und wo die Ursachen liegen.

2009-034d-0024-e01-dmgal Bokeh-Monster? Ein Objektiv mit hauchdünner (kurzer) Schärfentiefe, am Fokuspunkt muss die Schärfe dann aber wirklich “knackig” sein.
Von Details  der Objektiv-konstruktion abgesehen gibt es ein paar einfache Faktoren die zu Unschärfe und damit Bokeh beitragen: mittlere bis lange Brennweite, hohe Lichtstärke (1.8, 1.4, 1.2, 1.0), mittlere bis kurze Aufnahmeentfernung. Wenn Bokeh eine Rollse spielt greife ich oft zu Brennweiten mit Offenblende 1.4, hier 50 und 85 mm Brennweite.

Wo liegt das Problem? Leider genau dort wo man es nicht vermutet: viele der Aufnahmen die mit einem Bokeh-Monster entstehen sind unscharf. Genauer: sie sind nicht dort scharf wo es dem Foto gut täte, häufig aber in bildunwichtigen Bereichen. Wie kommts? Bei mir haben die folgende n Punkte zum Problem beigetragen:

  1. Front- und Backfokus (auch lesenswert: Wonco)
  2. Falscher Motivteil fokussiert
  3. Autofokussystem der Kamera überfordert
  4. Schärfekontrolle im Sucher kaum möglich
  5. Fokus and Recompose

1. Front- und Backfokus: 2008-075S-0030-e01-webgal.jpg der Artikel von Wonco ist wirklich lesenswert und lässt kaum Fragen offen. Eigene Efahrung zum Thema: bei einem Objektiv konnte ich Frontfokus gerade noch nachweisen, für mich kein  Thema.

2. Falscher Motivteil fokussiert: ja kommt vor. Bei mir häufig aus Versehen oder in der Hitze des Gefechts. Übung und Erfahrung tragen zur Fehlermeidung bei.

3. Autofokussystem der Kamera überfordert: zu wenig Kontrast unter dem AF-Sensor, zu dunkel, der Sensor ist zu groß, zu langsam, …
Ein hochgezüchtetes AF-System ist kein akademischer Vorteil hier zahlt er sich praktisch aus. Durch die Bank finden sich die performantesten AF-Systeme eher im hochpreisigen Segment wieder. Schade, das wird aber meine zukünftige Kaufentscheidung beeinflussen.

4. Schärfekontrolle im Sucher kaum möglich: 2008-076S-0006-e03-webgal.jpg immer kleiner, dunkler und von vorne bis hinten gestochen scharf – der Blick durchs Sucherokular vieler DSLR ist enttäuschend. Besonders bei Crop-Sensor-DSLR ist das Problem technologisch kaum vermeidbar. Das Problem ist zwar meist nicht ursächlich für unscharfe Bilder, verhindert aber leider die Erkennung und Vermeidung.
Doch Abhilfen sind (manchmal) möglich: für viele Spitzenmodelle sind Suchermattscheiben speziell für die manuelle Schärfebeurteilung verfügbar, eine Sucherlupe kann beim entschleunigten Fotografieren ebenfalls helfen.
Bei meiner nächsten DSLR wird sich das in den Auswahlkriterien wiederfinden.

5. Focus and (then) recompose: 2008-095S-0018-e01-webgal.jpg das Prinzip ist simpel – mit dem besten (oft dem zentralen) AF-Sensor den bildwichtigen Motivteil fokussieren, Fokus festhalten und rekomponieren. Funktioniert extrem gut mit Weitwinkelobjektiven aber mit einem Bokeh-Monster …
Wer  häufig den Fokus statt auf den Augen des Motivs auf dem Ohransatz hat und schon einen Fall von Backfokus vermutet, der sollte mal einen der kritischen Blogposts zum Thema lesen (hier, hier ebenso, wie auch da und dort). Einzig Kamerahersteller Hasselblad scheint bisher daraus gelernt zu haben (siehe Heise und Hasselblad).
Eigenes Fazit: mit Schärfentiefe im Bereich von Millimetern, bei geringer Aufnahmeentfernung und deutlichem schwenken zwecks Recompose ist dieser Fehler signifikant. Focus und Recompose werde ich in solchen Situationen künftig seltener nutzen.

Wie zähmt man nun ein Fokus-Monster? Mein Vorschlag kommt dem ein oder anderen bekannt vor: Übung, Fehleranalyse und lernen (so wie oben beschrieben), weiter üben.
Ein Objektiv vom Schlag eines 1.4 / 85mmm reißt ein spürbares Loch in die Kasse, Übung im Umgang damit ist zwingend notwendig und verglichen mit den Anschaffungskosten unendlich preiswert.

Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht?
Bist zu zu den gleichen oder anderen Schlüssen gekommen?
Hat Dich der Artikel weitergebracht oder fehlt Dir etwas?

WBF 2009 – Probleme erkennen und beheben (2)

Freitag, 27. November 2009

Und weiter geht’s mit dem Erfahrungsbericht, den überstandenen Herausforderungen und dem ein oder anderen Tipp.

2007-087-0035-edit01-webgal.jpg Kenne Deine Ausrüstung. Im Fotografengraben vor der Bühne herausfinden welche Messmethode mit wie viel Belichtungskorrektur optimale Ergebnisse bringt? Nee, üben tue ich lieber wenn ich Zeit habe, fahre ich zu einem Festival beherrsche ich mein Zeugs lieber.
Wer seine Ausrüstung blind beherrscht ist klar im Vorteil. Die Kamera vom Auge zu nehmen bedeutet in manchen Situationen unwiederbringliche Momente zu verpassen. Checklisten sind eine gute Idee und gehen durch viel Übung in Fleisch und Blut über.

Witterung. “Das bißchen Sonne macht mir nix aus, ist ja genug Schatten da.” Wer nicht hören will muß fühlen, nach drei Tagen Sonnenschein ist der Sonnenbrand vorprogrammiert. Gelernt: Sonnenmilch und Hut sind am Mann.

Am Abend des letzten Festivaltages sitzen wir beim Abendessen. Die Bühnenpräsentation ist in vollem Gange, das Ende der Veranstaltung noch fünf, sechs Stunden weit weg – trotzdem wird das Bühnendach abgesenkt, die Großbildleinwand eingefahren, Lautsprecher in Folie eingepackt. Merkwürdig.
Mir fällt ein Tröpfchen auf die Nase und bevor ich Luft geholt habe gießt es aus allen Rohren. Besucher, Bodypainter, Modells und Fotografen (mit Ausrüstung behängt wie Weihnachtsbäume) rennen wie die Hasen um irgendwo ein trockenes Plätzchen zu ergattern. Ich springe unter einen nahe stehenden Baum, werfe mir einen Regenponcho über und in Sekunden sind die Ausrüstung und ich im Trockenen. Gelernt: Regenschutz für Mann und Material sind immer am Mann.

Tagsüber geschwitzt und abends gefroren? Ist wohl jedem schon mal passiert. Später wieder aufwärmen ist ja ganz nett, beim mehrtägigen Einsatz drückt so was aber auf die Motivation. Gelernt: Kleidung nach dem Zwiebelschalenprinzip, warme Klamotten in Reichweite.

2007-089-0029-edit01-webgal.jpg Verpflegung. Weder mit knurrendem Magen noch kugelrund vollgefuttert kann ich mich auf’s Fotografieren konzentrieren. Deswegen esse ich eine Kleinigkeit nach Bedarf und wenn Zeit ist. Aber: Getränke sind immer direkt greifbar, klebt erst die Zunge am Gaumen ist es mit der Bildgestaltung nicht mehr weit her.

WBF 2009 – Probleme erkennen und beheben (1)

Donnerstag, 26. November 2009

Jeder der schon mal für mehrere Tage auf einem Festival fotografiert hat weiß: unverhofft kommt oft.  Jedes Mal fährt man mit der Gewissheit hin gut vorbereitet zu sein und viele Eventualitäten bedacht zu haben … und jedes Mal lernt man wieder Neues dazu.
Hier nun ein paar der Dinge die ich im Lauf der Jahre beim fotografieren auf dem World Bodypainting Festival gelernt habe.

2009-022d-0049-e01-dmgal.jpg Nicht in Stimmung. Gute Laune auf Knopfdruck ist nicht jedermanns Sache. Trotzdem: schlechte Laune kann sich auf die eigene Kreativität auswirken und auf einem Festival mit einigen tausend Besuchern absolut fehl am Platze. Ruhig bleiben, Toleranz üben, fünf auch mal gerade sein lassen, immer freundlich sein, nicht gleich in die Luft gehen wenn Dir jemand auf den Fuß tritt oder den Ellbogen in die Seite drückt. “If you can’t do it with a smile, then don’t do it”. Und lächeln.

2007-058-0017-edit01-webgal.jpg Menge an Ausrüstung. Große Fotorucksäcke mit 15 Kilo und mehr, Stativ gleich dran geschnallt; oder gar zwei Koffer läss(t)ig auf einem kleinen Wägelchen hinter sich herziehen? Gepäck das zu schwer ist um es dauerhaft zu tragen, dass abgestellt werden muss und dann für andere zum Stolperstein wird? Nein Danke! Gelernt: nur was sich bequem und schmerzfrei über die geplante Dauer tragen lässt kommt mit, weniger ist mehr. Notfalls lassen sich Ersatzausrüstung im  Hotel oder Auto deponieren.

Energie und Speicherplatz. Es gibt viele gute Gründe zu sparen. Bei einem Festival an Akkus und Speicherkarten zu sparen ist aber Unsinn. Gelernt: es kommen so viele Akkus und Speicherkarten mit, dass auch wenn viel Speicherplatz und Energie gebraucht werden, mindestens eine 30%-Reserve bleibt. Schließlich fallen Akkus und Speicherkarten zum ungünstigsten Zeitpunkt aus.

Fortsetzung im nächsten Blogpost.

WBF 2009 – Ausrüstung bequem tragen

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Auch wenn die mitgeschleppte Fotoausrüstung unter zehn Kilo wiegt – nach einigen Stunden oder Tagen stellen sich Zwicken und Schmerzen ein und der Spaßfaktor geht auf Talfahrt.

2009-037d-0091-e02-dmgal Arktis Load Bearing System, zweckentfremdet zum Tragen der Fotoausrüstung (Kamera, 3 Objektive, 2 Strobes, Orbis mit Arm, Ersatzakkus, Reinigungsmaterial, Camelback 1,5 Liter)

Dabei muß das nicht so sein. Hersteller von Fototaschen und -rucksäcken launchen schier ständig neue Produkte die nicht nur versprechen das die Ausrüstung bequemer zu tragen, sondern auch schneller einsatzbereit sei. Selbst um den Kameragurt hat sich mittlerweile ein regelrechter Kult entwickelt.

Mit ein bißchen Nachdenken kommt man schneller zur passenden, sprich individuell passenden, Lösung. So sah mein Wunschzettel wie folgt aus:

  • es kommt nur die für diesen Einsatz nötige Ausrüstung mit, weniger ist mehr
  • die Kamera soll nicht am Nacken hängen und nicht ständig in der Hand gehalten werden müssen
  • Stromlinienform – Ausrüstung muss kompakt am Körper getragen werden, in einer Menschenmenge oder in engen Durchgängen hängen zu bleiben ist nicht lustig
  • ergo keine an der Hüfte / Seite getragene Tasche oder Kamera
  • jedes Stück Ausrüstung soll schnell greifbar sein, kein wühlen in tiefen Taschen
  • bis zu zehn Kilo Ausrüstung müssen auch über Stunden bequem getragen werden können
  • zusätzliches Gepäck (Kleidung, Verpflegung, etc.) soll auch noch getragen werden können, der Zugriff ist aber nur selten nötig

Zwar versprechen manche Rucksäcke die “mit einem Griff” vom Rücken vor die Brust gezogen werden die beste Lösung für viele dieser Probleme zu sein, ich selbst bin damit bisher aber nicht glücklich geworden.

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Fündig geworden bin ich bei einem Load Bearing System der Firma Arktis (Google-Futter: load (weiterlesen…)

WBF 2009 – Welche Ausrüstung mitnehmen?

Samstag, 12. September 2009

Drei Tage lang einen Event fotografieren, tagsüber im Sonnenlicht, nachts bei Konzerten und bei der Fluoro-Show, Face- und Bodypaintings als häufigste Motive. Tragbare Ausrüstung mit der ich mich gut auskenne. Also was nehme (nahm) ich mit?

2009-023d-0079-e01-dmgal.jpg Materialschlacht bei bestem Wetter

Nach der Erfahrung der beiden vorangegangenen Festivals war die Zusammenstellung der Ausrüstung nicht schwer und erwies sich am Ende als eine gute Wahl. Ein paar Rahmenbedingungen vorweg:

  • die gesamte Ausrüstung muss den ganzen Tag “am Mann” getragen werden, kein Koffer, kein Wägelchen hinter sich herziehen
  • schnelles Glas muss sein, süchtig nach geringer Schärfentiefe und Bokeh
  • ich bevorzuge Festbrennweiten
  • Schatten aufhellen ist unvermeidbar

Das Bild oben zeigt die Ausrüstungswahl anderer Fotografen. Bei diesem Ereignis gehe ich andere Wege, einige Anmerkungen zur Auswahl sollen auch nicht fehlen.

  • Objektiv 1.4 / 85 mm (Minolta G); kompakt, schnell, hauchdünne Schärfentiefe bei maximaler Öffnung – das Objektiv ist ein Traum, 95% der Bilder wurden damit gemacht; die Brennweite am Crop-Sensor ist mir allerdings (für die Bedingungen bei diesem Festival) zu lang
  • Objektiv 1.4 / 50mm (Sony);  klein, leicht, robust – das Objektiv wird oft unterschätzt, auch von mir
  • Objektiv 2.8 / 14mm (Sigma); hervorragend geeignet für ‘environmental portraits’ – leider kam es dieses Jahr nicht zum Einsatz
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  • Kamera: Sony alpha 350, DSLR mit Crop-Sensor (1.6), Anti-Shake in der Kamera; offen gesagt habe ich eine Vollformatkamera mit vollwertigen Bedienelementen hier schmerzlich vermisst (weiterlesen…)

Ärger über Flickr – Erkenntnisse

Dienstag, 25. August 2009

Vor ungefähr einer Woche berichtete ich hier darüber wie plötzlich ein Teil meines Fotostreams vor anderen Benutzern versteckt werden musste, um den Flickr Community Guidelines zu entsprechen.
Hat sich in der letzten Woche was getan? Gibt’s neue Erkenntnisse? In beiden Fällen ja, darunter Positives als auch Negatives.

Auswirkungen der von Flickr erzwungenen Selbstzensur:

  • fragliche Fotos stufe ich nun als “mittel” ein (statt “unbedenklich”)
  • nicht unbedenkliche Fotos sind in vielen Gruppen unzulässig …
  • … leider auch nicht in den meisten Bodypainting-Gruppen (???)
  • ohne aktives Login sind solche Inhalte nicht mehr zu sehen
  • Links von Google Image Search laufen ins Leere
  • die Statistik zeigt Zugriffe auf rasanter Talfahrt sind (Faktor 3)

Alles in allem also ziemlich ernüchternd. Die Reichweite der derart abgestuften Fotos ist plötzlich signifikant kleiner (nicht nur ein paar Prozent).
In einem ersten Impuls entschied ich mich dazu bei Flickr künftig keine Bodypainting Fotos mehr zu posten. Worauf sich dann via Flickr und Blog Feedback einfand:

  • unisono wurde das Verhalten von Flickr mißbilligt
  • die Einschätzung “anstößiger Inhalte” teilte kein Kommentator
  • eine Bodypainterin berichtet identische Erfahrungen in jüngster Zeit
  • ich wurde gebeten auch weiterhin Content zu posten
2009-024d-0138-e03-dmgal.jpg

Besonders ärgerlich: all das kommt zu einer Zeit, als Flickr bereits ein fester Teil meiner Startegie geworden war Fotos “zu streuen”. Sehr schade.

Aus Flickr’s Sicht. Zu definieren was anstößig ist und was nicht wird für Flickr zu einem immer größeren Problem. Ist die Kundschaft erstmal rund um den Globus verteilt, dann wird die Frage nach dem Maßstab schwierig. Wessen Wertevorstellungen sind das Bezugsmaß? USA? Mittel- und Südamerika? Europa? Nordeuropa? Naher Osten? Ferner Osten? Geht es nur um nackte Haut oder auch um (un)erwünschte politische Aussagen? Klingt irgendwie nach Pandoras Büchse.

Nachdenken. Klar gibt es Alternativen zu Flickr, in Sachen Technik und Qualität der Community sogar bessere Alternativen. Nur: auf Grund seiner Marktmacht ermöglicht es Flickr schnell eine hohe Reichweite zu bekommen. Flickr zu verlassen wäre daher eher mein Verlust als der von Flickr / Yahoo. Irgendwie doof.

Mehr Nachdenken. Du machst ein Foto, bearbeitest es und schießt es rüber zu Flickr. Mittlerweile ein integraler Bestandteil meines Workflows.
Irgendwann merke ich: das Pflegen der Fotogalerie im Blog und der Fotoblog kommen ins Hintertreffen.  Flickr wird immer mehr zu (m)einem primären “Vertriebskanal”. Plötzlich ist da genau die Stimme in meinem Kopf, die sonst eher in mein Berufsleben passt.

Gelernt. “Kontrolliert ein Monopolist / Oligopolist Deinen primären Vertriebsweg, dann ist das ein Risikofaktor. Du brauchst dringend weitere Standbeine!” Recht hat er. Da war ich einfach zu bequem.
Sich über bei Flickr gehostete Bilder Inspiration zu verschaffen, das werde ich auch weiterhin praktizieren. Auch eigene Fotos dort einstellen. Selbst Bodypainting-Fotos. Aber eben nicht nur dort. Vergiss die Statistiken. Wenn ein Einziger Flickr-User eins Deiner Fotos vermisst, dann ist das vielleicht mehr Wert als hunderte von Views.

Nutze die Zeit lieber um Fotos zu machen.

The medium is not the message (sorry to Mr. McLuhan).

Benutze Dein Werkzeug.
Aber laß Dich nicht zum Bediener eines Werkzeugs degradieren.

Warnung von Flickr, nächstes Mal knallt’s

Donnerstag, 20. August 2009

Heute fand ich eine Email von Flickr vor. Seht selbst, informiert Euch, lernt daraus und vermeidet Ärger.

Hallo intermayer,

Wir haben für Ihren Fotostream die Sicherheitsstufe in “Mittel” geändert.

Gemäß unseren Community-Richtlinien sind die Inhalte in Ihrem Account nicht für alle Betrachter als “Unbedenklich” einzustufen. Vielleicht wissen Sie noch nicht, dass Flickr über ein System zur sicheren Suche verfügt. Wenn Sie auf Flickr herumstöbern oder gezielt Fotos suchen, können Sie die Fotos entsprechend der von Ihnen gewünschten Sicherheitsstufe filtern. Die sichere Suche ist entweder aktiviert, auf “Mittel” eingestellt oder deaktiviert. Damit die sichere Suche funktioniert, müssen *Sie* Ihre Inhalte entsprechend filtern. Wenn Sie Inhalte auf Flickr hochladen, müssen Sie die geeigneten Filter (“Sicher”, “Mittel” oder “Eingeschränkt”) auswählen und uns mitteilen, um welche Art von Inhalten es sich handelt (Fotos, Videos, Screenshots, Kunst/Illustrationen). Wenn Sie nicht den korrekten Filter angeben, werden wir das sicher sehr schnell von einem anderen Mitglied erfahren. Schließlich ist dies auch der Grund, warum wir Sie heute kontaktieren. (Keine Aufregung. Jedes Mitglied darf uns mitteilen, wenn er/sie sich belästigt fühlt. Sie natürlich auch.)

Wir möchten, dass alle ihren Spaß an Flickr haben.
Deshalb müssen Inhalte, die möglicherweise anstößig sind, aus den öffentlichen sicheren Bereichen der Website herausgefiltert werden. Gemäß unseren Community-Richtlinien gelten folgende Grundsätze: Seien Sie freundlich und respektvoll, laden Sie nur Inhalte hoch, die Sie selbst erstellt haben, und denken Sie daran, dass Millionen Menschen auf Flickr zugreifen, die die Welt vielleicht ganz anders sehen als Sie.

Überlegen Sie, ob Ihre Inhalte für ein breites, öffentliches Publikum geeignet sind. Wenn dem nicht so ist, müssen Sie die Inhalte aus dem öffentlichen Bereich herausfiltern. Wir weisen Sie außerdem darauf hin, dass wir Ihren Account sehr wahrscheinlich stilllegen werden, wenn wir noch einmal eine Beschwerde über Ihre Inhalte oder Ihr Verhalten erhalten.

Nehmen Sie sich also die Zeit, und informieren Sie sich über Sicherheitsstufen. Wenn Sie sie in Zukunft vernünftig einsetzen, sind alle zufrieden!

Beste Grüße

Team Flickr

Es geht um die Bodypainting-Bilder (wahrscheinlich nur solche von Frauen?) in meiner Flickr-Galerie. Anlaß war die Beschwerde eines (anonymen) Flickr-Nutzers.
Ob es damit zusammenhängt das ich kurz zuvor eine Kontaktanfrage nach kurzem Blick in den Fotostream blockiert habe,  weiß ich nicht. Das kann durchaus auch ein Zufall sein.

Ob ich der Meinung bin das die betroffenen Inhalte “nicht für ein breites, öffentliches Publikum geeignet sind”? Nein, nicht wirklich.
Trotzdem: anstatt “unbedenklich” wurden die fraglichen Fotos von mir mittlerweile als “mittel” gefiltert. Das hätte ich  schon früher tun sollen, es war unzweifelhaft mein Fehler.

Gelesen hatte ich sowohl von Sperrungen als auch von teilweise ruppigem Verhalten von Flickr schon zuvor. Ich dachte immer das die meisten dieser Berichte grenzwertige Fälle betreffen, mittlerweile bin ich wohl selbst einer.

Ob Zensursula wohl einen Flickr-Account hat?

World Bodypainting Festival 2009 – Überblick

Mittwoch, 12. August 2009

Jedes Jahr Mitte Juli kommt Leben in den sonst beschaulichen Kärntner Ferienort am Millstätter See: Seeboden. Dort treffen sich dann Maskenbildner, Make-Up-Artists, Special Effect Makup-Spezialisten, Bodypainting-Amateure, Musiker und tausende Besucher zu den Bodypainting Weltmeiserschaften, dem World Bodypainting Festival.

2009-023d-0255-e01-dmgal.jpg Bodypainting von Künstler Vargas

Was geht da eigentlich so ab? Drei Tage, drei Bühnen und jeden Tag über 30 Punkte im Programm. Aber der Reihe nach.
Das Rahmenprogramm ist an allen drei Tagen ähnlich:

  • 08:30 das Festivalgelände ist für Teilnehmer offen
  • 10:30 offizielle Eröffnung und Start der ersten Bodypainting-Gruppen, die Händler öffnen ihre Shops
  • 11:00 die ersten DJs legen auf
  • 13:30 die Bands fangen an zu spielen
  • 15:00 in der Photo Award Area geht’s los
  • 19:00 Catwalk der Paintings auf der Hauptbühne
  • 21:00 Modenschauen, Performances, Siegerehrung
  • 22:00 großes Konzert des Tages
  • 23:00 World Fluoro Award oder Performances
  • 01:00 Ende des Tages

Es ist also eigentlich völlig wurscht was man fotografieren möchte, von Street über Mode, Glamour bis hin zur Konzertfotografie – alles ist da.

2009-022d-0010-e01-dmgal.jpg Special Effect “Painting”

Gepaintet wurde auch dieses Jahr in den folgenden Kategorien:

  • Airbrush
  • Special Effect
  • Pinsel und Schwamm
  • Pinsel und Schwamm – Amateure
  • Face Painting
  • Fluoro Award (UV-Farben)

Das Niveau der Paintings ist hochklassig, klar, denn hier sind überwiegend Profis von Film und Fernsehen am Werk.

2009-025d-0109-e01-dmgal.jpg Fotografieren im Dunkeln, ohne Blitz, aber mit UV-Farben

Für einen Fotografen der drei Tage lang zwölf Stunden am Tag dort fotografiert, ergeben sich da natürlich interessante Fragen:

  • Mit welcher Ausrüstung gehe ich da hin?
  • Wie trage ich die Ausrüstung (3*12 Stunden lang)?
  • Mit welchen Problemen hat man dort zu kämpfen?
  • Scharfe Fotos mit schnellem Glas – ein Drama in drei Akten.
  • Wie fotografiere ich ein Konzert zum ersten Mal?
  • Im Dunkeln fotografieren? Ohne Blitz, nur mit UV-Licht?
  • Ein paar Sekunden mit dem Model, wie soll das funktionieren?
  • Wie komme ich unter diesen Bedingungen zu mehr als nur zu durchschnittlichen Schnappschüssen?

Fragen über Fragen, aber Gott sei Dank gibt es ein paar einfache Tipps und Tricks die jeder einfach nachmachen kann. In loser Folge, in den nächsten Blogposts.

Nicht vergessen: wieder mal ein Buch lesen …

Donnerstag, 30. Juli 2009
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… aber ein bißchen aufpassen das es auch das richtige Buch ist.

Endlich Urlaub, endlich … Zeit zum fotografieren

Mittwoch, 15. Juli 2009

Ahhh, endlich Urlaub! Auch wenn er nicht lang ist, für zwei Wochen bin ich raus aus’m Büro und heute ging’s dann für eine Woche nach Österreich. Hier sind dann Erholung, drei Tage Fotografie beim World Bodypainting Festival in Seeboden und anschließend nochmal Erholung angesagt. (Könnte übrigens gut sein das ich auch zeitnah aus Seeboden berichte, muß nicht, kann aber)

Urlaub – Zeit zum Fotografieren? Klar, die Kamera ist für die meisten im Urlaub ständiger Begleiter. Aber wie sieht’s denn aus mit einem kleinen Urlaub für die Fotografie? Bei mir hat sich das im Laufe der Jahre ’so ergeben’ weil manche meiner anderen Hobbies foto-kompatibel sind.
Aber auch der Besuch eines Workshops kann mit einem Urlaub kombiniert werden. Oder ein fotografisches Projekt in der Nachbarschaft zu dem man schon reichlich Ideen hat, aber keine Zeit um es zu realisieren. Oder herum experimentieren mit fotografischen Techniken und DIY.

Bei mir klappt all das kaum ‘mal so nebenher’. Wenn ich mir aber einen Tag Urlaub / Freizeit für ein kleines Projekt reserviere oder es mit Anderem verbinden kann (das Nützliche mit dem Angenehmen – aber was ist hier was :-o ), dann ist das manchmal richtig produktiv und erholsam.
Also: viel Spass mit der Kamera im Urlaub!

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