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Ärger über Flickr – Erkenntnisse

Dienstag, 25. August 2009

Vor ungefähr einer Woche berichtete ich hier darüber wie plötzlich ein Teil meines Fotostreams vor anderen Benutzern versteckt werden musste, um den Flickr Community Guidelines zu entsprechen.
Hat sich in der letzten Woche was getan? Gibt’s neue Erkenntnisse? In beiden Fällen ja, darunter Positives als auch Negatives.

Auswirkungen der von Flickr erzwungenen Selbstzensur:

  • fragliche Fotos stufe ich nun als “mittel” ein (statt “unbedenklich”)
  • nicht unbedenkliche Fotos sind in vielen Gruppen unzulässig …
  • … leider auch nicht in den meisten Bodypainting-Gruppen (???)
  • ohne aktives Login sind solche Inhalte nicht mehr zu sehen
  • Links von Google Image Search laufen ins Leere
  • die Statistik zeigt Zugriffe auf rasanter Talfahrt sind (Faktor 3)

Alles in allem also ziemlich ernüchternd. Die Reichweite der derart abgestuften Fotos ist plötzlich signifikant kleiner (nicht nur ein paar Prozent).
In einem ersten Impuls entschied ich mich dazu bei Flickr künftig keine Bodypainting Fotos mehr zu posten. Worauf sich dann via Flickr und Blog Feedback einfand:

  • unisono wurde das Verhalten von Flickr mißbilligt
  • die Einschätzung “anstößiger Inhalte” teilte kein Kommentator
  • eine Bodypainterin berichtet identische Erfahrungen in jüngster Zeit
  • ich wurde gebeten auch weiterhin Content zu posten
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Besonders ärgerlich: all das kommt zu einer Zeit, als Flickr bereits ein fester Teil meiner Startegie geworden war Fotos “zu streuen”. Sehr schade.

Aus Flickr’s Sicht. Zu definieren was anstößig ist und was nicht wird für Flickr zu einem immer größeren Problem. Ist die Kundschaft erstmal rund um den Globus verteilt, dann wird die Frage nach dem Maßstab schwierig. Wessen Wertevorstellungen sind das Bezugsmaß? USA? Mittel- und Südamerika? Europa? Nordeuropa? Naher Osten? Ferner Osten? Geht es nur um nackte Haut oder auch um (un)erwünschte politische Aussagen? Klingt irgendwie nach Pandoras Büchse.

Nachdenken. Klar gibt es Alternativen zu Flickr, in Sachen Technik und Qualität der Community sogar bessere Alternativen. Nur: auf Grund seiner Marktmacht ermöglicht es Flickr schnell eine hohe Reichweite zu bekommen. Flickr zu verlassen wäre daher eher mein Verlust als der von Flickr / Yahoo. Irgendwie doof.

Mehr Nachdenken. Du machst ein Foto, bearbeitest es und schießt es rüber zu Flickr. Mittlerweile ein integraler Bestandteil meines Workflows.
Irgendwann merke ich: das Pflegen der Fotogalerie im Blog und der Fotoblog kommen ins Hintertreffen.  Flickr wird immer mehr zu (m)einem primären “Vertriebskanal”. Plötzlich ist da genau die Stimme in meinem Kopf, die sonst eher in mein Berufsleben passt.

Gelernt. “Kontrolliert ein Monopolist / Oligopolist Deinen primären Vertriebsweg, dann ist das ein Risikofaktor. Du brauchst dringend weitere Standbeine!” Recht hat er. Da war ich einfach zu bequem.
Sich über bei Flickr gehostete Bilder Inspiration zu verschaffen, das werde ich auch weiterhin praktizieren. Auch eigene Fotos dort einstellen. Selbst Bodypainting-Fotos. Aber eben nicht nur dort. Vergiss die Statistiken. Wenn ein Einziger Flickr-User eins Deiner Fotos vermisst, dann ist das vielleicht mehr Wert als hunderte von Views.

Nutze die Zeit lieber um Fotos zu machen.

The medium is not the message (sorry to Mr. McLuhan).

Benutze Dein Werkzeug.
Aber laß Dich nicht zum Bediener eines Werkzeugs degradieren.

Warnung von Flickr, nächstes Mal knallt’s

Donnerstag, 20. August 2009

Heute fand ich eine Email von Flickr vor. Seht selbst, informiert Euch, lernt daraus und vermeidet Ärger.

Hallo intermayer,

Wir haben für Ihren Fotostream die Sicherheitsstufe in “Mittel” geändert.

Gemäß unseren Community-Richtlinien sind die Inhalte in Ihrem Account nicht für alle Betrachter als “Unbedenklich” einzustufen. Vielleicht wissen Sie noch nicht, dass Flickr über ein System zur sicheren Suche verfügt. Wenn Sie auf Flickr herumstöbern oder gezielt Fotos suchen, können Sie die Fotos entsprechend der von Ihnen gewünschten Sicherheitsstufe filtern. Die sichere Suche ist entweder aktiviert, auf “Mittel” eingestellt oder deaktiviert. Damit die sichere Suche funktioniert, müssen *Sie* Ihre Inhalte entsprechend filtern. Wenn Sie Inhalte auf Flickr hochladen, müssen Sie die geeigneten Filter (“Sicher”, “Mittel” oder “Eingeschränkt”) auswählen und uns mitteilen, um welche Art von Inhalten es sich handelt (Fotos, Videos, Screenshots, Kunst/Illustrationen). Wenn Sie nicht den korrekten Filter angeben, werden wir das sicher sehr schnell von einem anderen Mitglied erfahren. Schließlich ist dies auch der Grund, warum wir Sie heute kontaktieren. (Keine Aufregung. Jedes Mitglied darf uns mitteilen, wenn er/sie sich belästigt fühlt. Sie natürlich auch.)

Wir möchten, dass alle ihren Spaß an Flickr haben.
Deshalb müssen Inhalte, die möglicherweise anstößig sind, aus den öffentlichen sicheren Bereichen der Website herausgefiltert werden. Gemäß unseren Community-Richtlinien gelten folgende Grundsätze: Seien Sie freundlich und respektvoll, laden Sie nur Inhalte hoch, die Sie selbst erstellt haben, und denken Sie daran, dass Millionen Menschen auf Flickr zugreifen, die die Welt vielleicht ganz anders sehen als Sie.

Überlegen Sie, ob Ihre Inhalte für ein breites, öffentliches Publikum geeignet sind. Wenn dem nicht so ist, müssen Sie die Inhalte aus dem öffentlichen Bereich herausfiltern. Wir weisen Sie außerdem darauf hin, dass wir Ihren Account sehr wahrscheinlich stilllegen werden, wenn wir noch einmal eine Beschwerde über Ihre Inhalte oder Ihr Verhalten erhalten.

Nehmen Sie sich also die Zeit, und informieren Sie sich über Sicherheitsstufen. Wenn Sie sie in Zukunft vernünftig einsetzen, sind alle zufrieden!

Beste Grüße

Team Flickr

Es geht um die Bodypainting-Bilder (wahrscheinlich nur solche von Frauen?) in meiner Flickr-Galerie. Anlaß war die Beschwerde eines (anonymen) Flickr-Nutzers.
Ob es damit zusammenhängt das ich kurz zuvor eine Kontaktanfrage nach kurzem Blick in den Fotostream blockiert habe,  weiß ich nicht. Das kann durchaus auch ein Zufall sein.

Ob ich der Meinung bin das die betroffenen Inhalte “nicht für ein breites, öffentliches Publikum geeignet sind”? Nein, nicht wirklich.
Trotzdem: anstatt “unbedenklich” wurden die fraglichen Fotos von mir mittlerweile als “mittel” gefiltert. Das hätte ich  schon früher tun sollen, es war unzweifelhaft mein Fehler.

Gelesen hatte ich sowohl von Sperrungen als auch von teilweise ruppigem Verhalten von Flickr schon zuvor. Ich dachte immer das die meisten dieser Berichte grenzwertige Fälle betreffen, mittlerweile bin ich wohl selbst einer.

Ob Zensursula wohl einen Flickr-Account hat?

Petition für unzensiertes Internet

Sonntag, 17. Mai 2009

Das Internet versperren wollen unsere Regierigen noch immer und im Internet formieren sich Gegner und Befürworter des Vorstoßes von Ministerin von der Leyen (intermayer berichtete). Unter den ePetitionen kann jeder der das möchte die Petition mitzeichnen (siehe auch Bild). Registrierung ist erforderlich, aber sehr einfach zu erledigen – eDemokratie zum Mitmachen.

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Gleichzeitig laufen auch viele Enzelaktionen um Verbände, Politiker und Bürger aufzuklären. Boris Nienke z.B. hat seinen  Abgeordneten angemailt … und einiges über die Ahnungslosigkeit und Inkompetenz der regierenden Kaste lernen dürfen.

Ich habe die Petition mitgezeichnet, wie über 83000 andere Menschen auch. Was ist mit Dir?