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Bildpräsentation im Netz: was braucht Dein Bild?

Mittwoch, 10. März 2010

Im letzten Artikel der Serie ging es um den Einfluss der Zielgruppe auf die Art der Präsentation. Dieser Artikel befasst sich damit, wie das Bild die geeignete Präsentation mit zu bestimmen.

Wieso sollte das Bild die Art der Präsentation beeinflussen? Ganz einfach: bei der gleichen Präsentation wirken Bilder oft verschieden. Wie? Was ich meine? Ein paar Beispiele.

Klein aber oho. In ihren Thumbnail-Übersichten zeigen es besonders Flickr und Mikrostockportale überdeutlich: manche Fotos wirken selbst als kleines Thumbnail noch sehr stark, während andere Fotos in der gleichen Auflösung zu optischem Matsch werden. So fallen dann geeignete Fotos auch in einer großen Menge briefmarkengroßer Vorschaubilder deutlich auf.
Beispiele: Produktfotos, freigestellte Personenfotos, abstrakte Bilder, Lithographien.

2010-03-11-screen02 Welche Bilder wirken auch bei kleiner Auflösung?
Die Thumbnail-Übersicht macht’s deutlich.

Think big. Aufnahmen mit großem Detailreichtum wirken am besten … groß. Neben anderen Vorschaubildern kommen sie in einer kleinen Auflösung kaum zur Geltung werden gerne übersehen. Mit einer Auflösung von 500 Pixel fangen sie an zu wirken, aber erst ab Auflösungen von 800 Pixel und mehr macht das Betrachten richtig Spaß. Oder sind die Bilder gar so detailreich, dass sie zoom-bar sein sollen?
Beispiele: Landschaftsaufnahmen, HDRs, Panoramafotos.

2010-03-11-screen01 Wirkt nicht klein: ein 360°-Panorama mit 1,02 Gigapixel

Ohne Worte oder ein Bild + 1000 Worte. Die puristischste Form der Bildpräsentation bieten Fotoblogs: eine Bildschirmseite, ein Foto, kein Text, kaum Bedienelemente. Wer andererseits gerne Bilder mit Text versieht, oder Texte mit Bildern illustriert, der wird ein Medium vorziehen indem Text und Bilder einfach kombiniert werden können.
Beispiele: Blogs für “Ein Bild am Tag”- Projekte, eindrucksvolle Präsentation von Einzelbildern, Illustration von Liedtexten.

Einzelkämpfer oder Teamplayer. Viele Fotografen präsentieren ihr Portfolio … aus Einzelbildern. Da sind dann Fotos in groß zu sehen, Navigationselemente und Thumbnails. Was aber, wenn Bildserien oder Essays gezeigt werden sollen. Dann sollte die primäre Form der Präsentation eine Serie oder das Essay zeigen, mit der Möglichkeit einzelne Fotos zu vergrößern.

Die grundlegenden Gedanken zum Thema sind also vorerst komplett. Fortgesetzt wird die Serie mit Erfahrungsberichten zur Bildpräsentation auf verschiedenen Plattformen: dem stinknormalen Blog, dem gepimpten Blog, dem reinen Fotoblog, einer normalen Foto-Community, Flickr, einem Panorama-Portal und … mal schauen ;-)

Inhalte der Serie "Bildpräsentation im Internet"

  1. Bildpräsentation im Internet: wie gehe ich’s an?
  2. Bildpräsentation im Internet: wie, wo, für wen?
  3. Bildpräsentation im Netz: was braucht Dein Bild?

Bildpräsentation im Internet: wie, wo, für wen?

Sonntag, 07. Februar 2010

Schnell sind die eigenen Fotos im Internet, aber: präsentiere ich meine Werke auch optimal? Und den richtigen Leuten? Tipps für und Fragen an Interessierte.

Mann, war das früher mühsam. Die Filme mussten erst aus der Entwicklung zurück sein, von Hand gescannt werden und dann wurde nachbearbeitet. Dann der Upload, die Fotos im HTML einbetten, preview, weiteres Tuning …
Vor acht bis zehn Jahren war das schon ein mühseliges Unterfangen.Und heute? Wenn der Upload nicht gleich von der (Handy-)Kamera erfolgt, ist der Weg doch eher flott: Speicherkarte ausgelesen, minimale Korrekturen und mit einem geeigneten Programm in einem Schritt uploaden, benamsen und ggf. taggen – et viola.
Klar, mit den Ansprüchen wächst der Aufwand für den Workflow, aber im Vergleich bleibt das Tempo immer noch rasant.

Aber kaum hat man sich bei einer der großen Foto-Communities angemeldet und ein paar Fotos hochgeladen, oder einen Fotoblog eingerichtet, schon kommen unbequeme Fragen.
Gefällt mir die Art der Präsentation? Anderen auch? Lenkt die Benutzeroberfläche nicht ab? Sind die Fotos zu klein? Was, wenn da einer meine Fotos klaut? Was, wenn die Falschen Leute meine Fotos sehen?

Sich vor dem Upload einige Fragen zu stellen – vielleicht auch nochmal nachdem man die eigene Fotogallery schon eine Weile online hat – ist eine gute Idee.

Wer soll / darf meine Fotos sehen? Das Foto von der beim Baden fotografierten vier Monate alten Tochter soll nur die Familie sehen. Die Dokumentation der letzten Kegelclubfete auf keinen Fall die Kollegen.
In der Frage steckt schon eine feine Abstufung: wer soll die Fotos sehen (primäre Zielgruppe) und wer darf (sekundäre Zielgruppe) oder darf nicht (Ausschlussgruppe) die Fotos betrachten.
Haben die eigenen Fotos einen künstlerischen Anspruch, dann macht eine große Zielgruppe Sinn. Wer das Heranwachsen seiner Kinder dokumentiert wird sehr gezielt bestimmen wollen wer Zugriff hat. Wem manche der eigenen Bilder gar peinlich sind oder wer nicht möchte das jedermann ein Foto gleich mit dem Fotograf in Verbindung bringen kann, der muss vielleicht sogar zu einem Pseudonym greifen. Vorher ein paar Gedanken daran zu verschwenden empfiehlt sich, schließlich vergisst das Internet nichts.
Meine Fotos darf jeder sehen, meine Hauptzielgruppe sind Fotointeressierte und Anonymität brauche ich nicht.

Wie tech-savvy sind meine Zuschauer? Wer Bilder mit älteren Generationen teilen möchte, der wird eine übersichtliche Benutzerschnittstelle (die auch Silver-Surfer gerne bedienen) vorziehen. Die Generation Upload hat im Lauf der Zeit gelernt zwischen Inhalt und Medium zu unterscheiden, da stört dann auch eine komplexes GUI kaum noch. Der Ästhet fühlt sich von Bedienelementen schon abgelenkt, bei Communities mit Geek-Faktor (ala Flickr) wird er nimmer glücklich.
Mir ist es wichtig das möglichst viele Menschen Zugang zu meinen Fotos bekommen, eine einzige Bildgalerie genügt meinen Zwecken nicht.

Was zeige ich, einen Schuhkarton mit Fotos oder Kunst? Sind es nur die besten Ergebnisse meiner Fotografie die ich zur Schau stellen will oder auch den Weg dorthin? Oder dokumentiere ich Geschehnisse und möchte mich mit vielen Bildern mitteilen. Nicht nur in der Kunst gilt: weniger ist mehr, ein Portfolio enthält kaum hunderte Fotos, die Dokumentation einer Hochzeit hoffentlich (viel) mehr als fünf. Außerdem: Freunde und Familie sind zwar sehr gnädig wenn es um Gestaltung und Bildqualität geht, die guten Treffer wie die Stecknadel im Heuhaufen zu suchen überfordert auch sie.
Ich möchte zweierlei: eine gediegene Präsentation meiner besten Fotos, genauso wie einen “virtuellen Schuhkarton” in dem auch Experimente, Doku und nicht optimale Fotos Platz haben. Also zwei verschiedene Präsenzen.

Im nächsten Artikel dieser Serie geht es dann darum wie die Inhalte und Themen der eigenen Fotografie die Art der Präsentation mitbestimmen.

Inhalte der Serie "Bildpräsentation im Internet"

  1. Bildpräsentation im Internet: wie gehe ich’s an?
  2. Bildpräsentation im Internet: wie, wo, für wen?
  3. Bildpräsentation im Netz: was braucht Dein Bild?

Bildpräsentation im Internet: wie gehe ich’s an?

Sonntag, 24. Januar 2010

Gedanken zur Präsentation der eigenen Bilder im Netz und wie das Bessere immer der Feind des Guten bleiben wird.

Gehen wir nochmal die Checkliste durch: ich informiere mich im Internet über Fototechnik, alle EBV-Tutorials bekomme ich aus dem Internet, Abzüge und Prints auf Leinwand bestelle ich auch über’s Internet.

2010-01-24-screen02-gr Klar, meine Bilder präsentiere ich auch im Netz. Aber wie? Als gelegentlichen Artikel auf dem eigenen (WordPress-)Blog, als Galeriefunktion in WordPress, auf einem dedizierten Fotoblog, in einer der Fotocommunities, auf einer dedizierten Webseite?

Bei den einschlägigen Communities hat man sich schnell angemeldet und ein paar Bilder hochgeladen, so weit so gut.
Doch die Benutzerschnittstellen und die Bildpräsentation lassen leider immer wieder zu wünschen übrig. Je nach Anbieter geht es für den Benutzer wenigstens noch funktional zu, der eigene Sinn für Ästhetik wird aber oft herausgefordert.

2010-01-24-screen01-gr Doch gottlob geht’s auch anders. Die Möglichkeiten zur ansprechenden Bildpräsentation sind vielfältig. Vom kommerziellen Sorglospaket bis hin zu Lösungen für den selbst gehosteteten Webspace – für jeden Topf findet sich ein Deckel.

Zumindest für den, der  ausdauernd sucht. Für den kleinen ebenso wie für den großen Geldbeutel findet sich etwas. Kaum hat man für sich die Lösung entdeckt die passt wie die sprichwörtliche Faust auf’s Auge, schon stolpert man beim Nachbarn auf eine noch bessere wenn nicht schönere Lösung.

Wie ich auf dieses alte Thema komme? Im Lauf der Zeit habe ich das ein oder andere ausprobiert, wieder verworfen, neues begonnen und ebenfalls verworfen.
Und es ist wieder mal soweit: hier muss sich etwas ändern. Ein Fotograf der sich im Internet tummelt muss seine Bilder auch dort präsentieren. Ohne große Worte, ohne großen administrativen Aufwand, viel Platz auf dem sich die eigenen Bilder breitmachen.

Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiss gesetzt. Wie wahr! Da werden Gedanken investiert, Dinge ausprobiert, beim Nachbarn einiges abgeschaut, gelernt, die Spezifikation weiter ausgefeilt und und und.
Dieser Blog soll also schöner werden. Dazu gibt’s in den nächsten Wochen Gedanken, Fragen und Erfahrungen. Eure Fragen, Hinweise, Kommentare und ggf. Guest Posts sind dabei jederzeit willkommen.

Vor den Erfolg haben die Goetter den Schweiss gesetzt

Vor den Erfolg haben die Goetter den Schweiss gesetzt

Inhalte der Serie "Bildpräsentation im Internet"

  1. Bildpräsentation im Internet: wie gehe ich’s an?
  2. Bildpräsentation im Internet: wie, wo, für wen?
  3. Bildpräsentation im Netz: was braucht Dein Bild?

Hat man denn im Netz nie seine Ruhe?

Sonntag, 10. Januar 2010

Was waren das noch für goldene Zeiten! Dein Sensor hieß “Film” und noch nicht analog, Du hast für Dich selbst fotografiert, neben Deinem Schreibtisch stapelten sich Diakästen und Abzüge in Schuhkartons, keiner hat sich für Dein Zeug’s interessiert und Du wurdest in Ruhe gelassen.

2010-01-08_screen01

“Du brauchst ein digitales Zuhause im Web 2.0″ haben sie gesagt. “Eine eigene Webseite oder einen Fotoblog musst Du haben” haben Sie gesagt. “Ja, und bei Flickr und fotocommunity.de musst Du Deine Bilder einstellen.”

Ich habe dann all das gemacht und schwer war’s ja eigentlich nicht. Dutzende kamen täglich vorbei, Hunderte schauen sich Deine Bilder auf Flickr an. Das ist so, als ob eine Rolltreppe durch Dein digitales Wohnzimmer führt und alle schauen was an Deinen Wänden hängt. Tag und Nacht.
Manchmal findet dann einer Gefallen an Deinem Zeugs, verpetzt es Anderen und plötzlich stehen sie zu Tausenden mitten drin in Deinem digitalen Heim. Haben die denn alle kein eigenes Zuhause???

Nee wirklich, wo sich früher nur Deine Familie und Freunde bei Deinen Diashows das Gähnen verkniffen, da wird heute der Exhibitionismus offen im Netz ausgelebt. Und alle finden’s auch noch “cool”. Plötzlich ist jeder ein Künstler (oder Wünstler?). Neeneenee, ich weiß nicht …

Ärger über Flickr – Erkenntnisse

Dienstag, 25. August 2009

Vor ungefähr einer Woche berichtete ich hier darüber wie plötzlich ein Teil meines Fotostreams vor anderen Benutzern versteckt werden musste, um den Flickr Community Guidelines zu entsprechen.
Hat sich in der letzten Woche was getan? Gibt’s neue Erkenntnisse? In beiden Fällen ja, darunter Positives als auch Negatives.

Auswirkungen der von Flickr erzwungenen Selbstzensur:

  • fragliche Fotos stufe ich nun als “mittel” ein (statt “unbedenklich”)
  • nicht unbedenkliche Fotos sind in vielen Gruppen unzulässig …
  • … leider auch nicht in den meisten Bodypainting-Gruppen (???)
  • ohne aktives Login sind solche Inhalte nicht mehr zu sehen
  • Links von Google Image Search laufen ins Leere
  • die Statistik zeigt Zugriffe auf rasanter Talfahrt sind (Faktor 3)

Alles in allem also ziemlich ernüchternd. Die Reichweite der derart abgestuften Fotos ist plötzlich signifikant kleiner (nicht nur ein paar Prozent).
In einem ersten Impuls entschied ich mich dazu bei Flickr künftig keine Bodypainting Fotos mehr zu posten. Worauf sich dann via Flickr und Blog Feedback einfand:

  • unisono wurde das Verhalten von Flickr mißbilligt
  • die Einschätzung “anstößiger Inhalte” teilte kein Kommentator
  • eine Bodypainterin berichtet identische Erfahrungen in jüngster Zeit
  • ich wurde gebeten auch weiterhin Content zu posten
2009-024d-0138-e03-dmgal.jpg

Besonders ärgerlich: all das kommt zu einer Zeit, als Flickr bereits ein fester Teil meiner Startegie geworden war Fotos “zu streuen”. Sehr schade.

Aus Flickr’s Sicht. Zu definieren was anstößig ist und was nicht wird für Flickr zu einem immer größeren Problem. Ist die Kundschaft erstmal rund um den Globus verteilt, dann wird die Frage nach dem Maßstab schwierig. Wessen Wertevorstellungen sind das Bezugsmaß? USA? Mittel- und Südamerika? Europa? Nordeuropa? Naher Osten? Ferner Osten? Geht es nur um nackte Haut oder auch um (un)erwünschte politische Aussagen? Klingt irgendwie nach Pandoras Büchse.

Nachdenken. Klar gibt es Alternativen zu Flickr, in Sachen Technik und Qualität der Community sogar bessere Alternativen. Nur: auf Grund seiner Marktmacht ermöglicht es Flickr schnell eine hohe Reichweite zu bekommen. Flickr zu verlassen wäre daher eher mein Verlust als der von Flickr / Yahoo. Irgendwie doof.

Mehr Nachdenken. Du machst ein Foto, bearbeitest es und schießt es rüber zu Flickr. Mittlerweile ein integraler Bestandteil meines Workflows.
Irgendwann merke ich: das Pflegen der Fotogalerie im Blog und der Fotoblog kommen ins Hintertreffen.  Flickr wird immer mehr zu (m)einem primären “Vertriebskanal”. Plötzlich ist da genau die Stimme in meinem Kopf, die sonst eher in mein Berufsleben passt.

Gelernt. “Kontrolliert ein Monopolist / Oligopolist Deinen primären Vertriebsweg, dann ist das ein Risikofaktor. Du brauchst dringend weitere Standbeine!” Recht hat er. Da war ich einfach zu bequem.
Sich über bei Flickr gehostete Bilder Inspiration zu verschaffen, das werde ich auch weiterhin praktizieren. Auch eigene Fotos dort einstellen. Selbst Bodypainting-Fotos. Aber eben nicht nur dort. Vergiss die Statistiken. Wenn ein Einziger Flickr-User eins Deiner Fotos vermisst, dann ist das vielleicht mehr Wert als hunderte von Views.

Nutze die Zeit lieber um Fotos zu machen.

The medium is not the message (sorry to Mr. McLuhan).

Benutze Dein Werkzeug.
Aber laß Dich nicht zum Bediener eines Werkzeugs degradieren.

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