Werbung auf intermayer.com? Ein Statement

Werbung und Blogs über Fotografie treffen häufig aufeinander. Manch Blogger schafft es mit Werbung die Betriebskosten seines Blogs zu bestreiten, dem beworbenen Produkt nutzt die Aufmerksamkeit ebenso.
Dort aber, wo die Grenzen zwischen Werbung und redaktionellem Beitrag verwischen, wo Pressemitteilungen ungeprüft übernommen werden, wo Erfahrungsberichte negative Aspekte verschweigen oder wo Advertorials gar nicht vom Blogger selbst verfasst wurden, kann für alle Beteiligten Schaden entstehen.

Ein Statement? dieses Statement kodifiziert wie auf intermayer.com mit Werbung umgegangen wird. Es reflektiert die Vorgehensweise und Regeln denen sich der Blogbetreiber verpflichtet fühlt.
Es versteht sich weder als ein White Paper noch als eine Best Practice Definition. Es gibt auch nicht zwingend die Erwartung des Autors in der Rolle als Leser anderer Blogs wieder.

Kommerzielle oder private Webseite? intermayer.com ist eine private Webseite, kein kommerzielles Angebot. Der Betreiber bestreitet die Kosten für den Betrieb der Webseite ausschließlich aus eigener Tasche.
Das erwirtschaften von Einkünften oder eines Beitrags zu Kostendeckung wird nicht angestrebt.

Werbung auf intermayer.com? intermayer.com ist eine Plattform für Erfahrungsberichte über Fotografie. Dazu gehören auch Produktreviews, welche die Meinung des Autors wiedergeben.
Natürlich kann in diesem Zusammenhang ein Blogartikel durchaus eine werbende Wirkung haben. Im Vordergrund stehen allerdings immer der Nutzen für den Leser und die Unabhängigkeit des Autors.

Voraussetzungen für Werbung. Für alle Artikel mit werblichen Charakter oder solche, für die von Dritten Vergünstigungen gewährt werden,  gelten die folgenden Regeln:

  • die Meinung des Autors ist nicht käuflich
  • der erkennbare Nutzen für den Leser steht im Vordergrund
  • Werbung u. ä. wird als solche gekennzeichnet
  • werden von einem Produktanbieter Vergünstigungen gewährt, so ist dies am Ende des Artikels angegeben
  • Zitate werden als solche kenntlich gemacht

Welche Werbeanfragen haben hier keine Chance? Die folgenden Kriterien führen zur Ablehnung von Werbe- und Kooperationsanfragen:

  • der Abdruck von Pressemitteilungen (im Originaltext oder mit eigenen Worten umformuliert)
  • Advertorials oder sonstige nicht vom Autor verfasste Artikel bei denen der Autor nicht genannt werden soll
  • einseitige Berichterstattung
  • Streuwerbung ohne erkennbaren Nutzen für den Leser
  • Werbung aus zweifelhaften Quellen / mit zweifelhaftem Inhalt
  • die beabsichtigte Verschleierung das es sich um Werbung handelt
  • Bettelwerbung (wie hier beschrieben)

Zukünftige Änderungen dieses Statements. Zukünftige Änderungen dieses Statements werden in geeigneter Weise veröffentlicht und per Nachtrag in diesem Artikel kenntlich gemacht.

Fragen, Anmerkungen, Angebote. Dieser Artikel kann jederzeit kommentiert werden, persönliche Anfragen können gerne per Kontaktformular oder E-Mail zugesandt werden.

Bettelwerbung auf Fotografie-Blogs

Heute mal wieder eine Meldung aus dem Maschinenraum dieses Blogs. Es geht um manche der Angebote Werbung zu schalten, die Blogger heute immer wieder bekommen. Aber von vorne.

Wie es beginnt. In Deinem Posteingang findest Du ein Email das so oder so ähnlich beginnt.

… auf der Suche nach einem qualitativ hochwertigen Blog zum Thema Digitale Fotografie / Bildbearbeitung / etc sind wir auf Ihren Eintrag gestossen …

Endlich! Ich bin endlich berühmt, endlich auf dem Weg zum Alpha-Blogger:-)Was, Du erwartest noch mehr Honig? Dann lies mal das:

ich bin gerade auf Ihre Seite http://blog.intermayer.com gestoßen und möchte Ihnen gerne sagen, daß ich sie nicht nur interessant finde, sondern daß sie auch großartig umgesetzt ist!

Hmmm, eigentlich bin ich schon geraume Zeit mit der Umsetzung des Blogs nicht mehr so ganz zufrieden. Aber wenn die freundliche Dame das ganz anders sieht? Vielleicht liege ich ja auch falsch? Egal, weiter.

… würden uns freuen, wenn Sie in beigefügter Pressemitteilung einen Mehrwert für Ihre Leser sehen und diese, auch gerne in eigenen Worten, bei sich veröffentlichen …

Fair enough, wenn ich keinen Mehrwert sehe, dann kommt’s eh nicht drauf. Eine Variation des Themas:

Sie für die Kampagne begeistern zu können und würde mich freuen, wenn die Kampagne Nennung in einem ihrer Beiträge finden würde.

It aint over, till its over. Ich schreibe den freundlichen Leuten natürlich zurück. Auch im Fall einer Absage (der Regelfall) selbstverständlich in freundlichem Ton. Die Reaktion ist gelegentlich unterhaltsam:

Bitte teilen Sie mir noch Ihre vorerst von uns verwendete Email-Adresse mit, so dass wir von weiteren Zusendungen absehen.

WTF? Was will der Mensch? Zwei Tage später wieder eine Email vom gleichen Herren. Hat er vielleicht seinen Fehler bemerkt und reagiert jetzt humorvoll? Weit gefehlt. Es ist die gleiche Email wie am Anfang, Buchstabe für Buchstabe.

Bettelwerbung? In den meisten dieser “Angebote” sollst Du als Blogger kostenlos Werbung schalten und Dein Lohn ist der potentielle Mehrwert für Deine Leser.

  • Ist es für meine Leser wirklich ein Mehrwert auch bei mir die Werbung zu sehen, die auf den Nachbarblogs fast zeitgleich zu lesen ist?
  • Bereichert solche Werbung wirklich Dein (kreatives) Leben?
  • Was denkst Du angesichts eines Advertorials, das dadurch entsteht eine Pressemeldung in eigenen Worten zu formulieren?

Es geht nämlich auch anders. Manche Anbieter bieten Dir an, über Deine eigenen Erfahrungen mit einem Produkt des Anbieters auf Deinem Blog zu berichten. Im Gegenzug bekommst Du das Fotobuch über das Du berichtest kostenlos, DVDs werden zur Verlosung zur Verfügung gestellt, ein Testmuster wird für begrenzte Zeit oder zum Verbleib zugesandt.

Vielleicht ist es an der Zeit meinen Umgang mit Werbeanfragen nicht jedes mal aus dem Bauch heraus zu entscheiden, sondern meinen modus operandi mal in einem Statement zusammen zu fassen. Mal sehen …

[…] blog.intermayer.com … auf dem Weg zu besseren Fotos. « Bettelwerbung auf Fotografie-Blogs […]

Titelbild März 2010: Blende & Verschlußzeit

Wenn es draußen eklig ist, dann nutze ich die Zeit gerne mal für Produktfotografie und Table Top Aufnahmen. Dabei verirrte sich auch eine alte Meßsucherkamera, eine Minolta Himatic 9, ins Lichtzelt.

Das betagte Fotogerät stammt aus dem Jahre 1966, ist voll funktionstüchtig und wartet derzeit auf neue Lichtdichtungen.
Wie in dieser Zeit üblich befinden sich die meisten Bedienelemente am Objektivtubus. Blende, Verschlußzeit, ISO, Entfernung und Selbstauslöser werden dort eingestellt.

Die Belichtungsmessung erfolgt durch eine Fotodiode im Objektivtubus – fast schon TTL (vor dem Objektiv montierte Filter werden berücksichtigt). Außerdem verfügt die Kamera – wahlweise – über eine vollautomatische Belichtungssteuerung.

Martin (0 comments)Dienstag, 02. März 2010 - 22:42:56

Interessantes “Gerät”, war damals bestimmt High-Tech!

Uwe (0 comments)Samstag, 06. März 2010 - 09:35:10

Ja, das Gerät war zu seiner Zeit echter High-Tech. Für die Kenner und Fans von Minolta-Fotogerät: es ist ein echtes 9er-Modell. Die mechanische Qualität ist auch nach 44 Jahren sehr gut, die Kamera ist noch immer recht zuverlässig.

Gadget des Monats: Tilt-Adapter

Tilt- und Tilt-Shift-Objektive sind schon eine feine Sache. Durch geschickte Nutzung des Scheimpflug-Prinzips kann die Schärfentiefe vergrößert oder verkleinert werden (bspw. bei Fake Miniature). Besonders imposant wird es natürlich wenn der Effekt in Zeitrafferfilmen eingesetzt wird, wie denen von Keith Loutit.
Wenn es da nicht einen entscheidenden Nachteil gäbe: die hohen Investitionskosten.

Mit Preisen meist jenseits der 1000,- Euro Schallmauer für eine entsprechende Festbrennweite machen es die großen Kamerahersteller vielen Hobbyisten nicht gerade einfach. Die Auswahl an Fremdobjektiven ist ebenfalls oft begrenzt.
Viel Geld für ein Objektiv das manuell fokussiert wird, an dem oft auch die Blende manuell einzustellen ist und das am besten vom Stativ aus eingesetzt wird. Das trifft allerdings auch auf die Hardware-Alternativen zu.

Klar, der Fake-Miniature-Tilt-Effekt kann auch per Software simuliert werden. Zwar sind die Aufnahmen oft als “nicht echte” Tilt-Aufnahmen erkennbar, beeindruckende Zeitrafferfilme gibt es aber auch mit dieser Technik (Bsp. The Sandpit von Sam O’Hare).

Aber neben “teuer” und “Software-Fake” gibt es noch weitere Alternativen. Z. B. ein Mittelformatobjektiv (des größeren Bildkreises wegen) an einem Adapter für Kleinbild (D)SLRs.

Mittelformatobjektive sind in Brennweiten > 30mm für wenig Geld gebraucht zu bekommen, ein Adapter wie der meine von ARAX Foto schlägt mit ca. 100,- Euro zu buche. Der große Vorteil: für schmales Geld sind unterschiedlichste Brennweiten sehr leicht einsetzbar, auch an der Vollformat-DSLR. Nachteil: starke Weitwinkelobjektive mit großen Blickwinkeln kommen so leider nicht an die Kamera.

Die Arbeit mit dem Adapter macht richtig Spaß: um bis zu 8° stufenlos tiltbar, um 360° drehbar (rastet in 15° 30°-Schritten) und der mechanische Aufbau ist äußerst robust. In Kombination mit einem 50mm-Sonnar und einem 180mm-Tele hat sich der Adapter bei mir bereits bewährt
Es gibt die Adapter für unterschiedliche Kameraanschlüsse und (vom Hersteller AraxFoto) mit dem Bajonett für Pentacon-Six-Objektive. Ein Schmankerl: für die Pentacon Six wurden auch von Carl Zeiss (in der DDR) recht gute Objektive gebaut.

Die Rubrik “Gadget des Monats” ist ein Produktreview auf Basis eigener Erfahrungen, aus eigenem Antrieb.
Dieser Blogpost ist keine Werbung, kein Advertorial, kein verabredeter Produkt-Review. Es gibt nur eine Verbindung mit dem Hersteller bzw. dessen Vertriebspartnern: ich bin Kunde.

Inhalte der Serie "Gadget des Monats"

  1. Gadget des Monats: Sucherlupe
  2. Gadget des Monats: Tilt-Adapter
  3. Gadget des Monats: Speicherkarten-Safe

Fotowettbewerb? So nicht!

Ein bekannter Hersteller von Schusters Rappen schreibt einen Fotowettbewerb aus. Die beauftragte PR-Agentur bettelt bei einschlägigen Bloggern darum auf den Wettbewerb aufmerksam zu machen. Wie üblich ohne Gegenleistung – was soll’s.
Der Blick in die Teilnahmebedingungen lässt mich aber schlucken.

6. Der Teilnehmer überträgt Schmumpf* mit dem Upload eines Fotos das nicht-ausschließliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte Nutzungsrecht für sämtliche Nutzungsarten, darunter die bekannten Nutzungsarten wie Vervielfältigungen als Druck oder auf Bild-/Tonträgern, die öffentliche Zugänglichmachung, die öffentliche Vorführung und die Sendung, das Ausstellungsrecht sowie die noch unbekannten, zukünftig bekannt werdenden Nutzungsarten. Eingeschlossen ist das für die Nutzung erforderliche Bearbeitungsrecht.
Das Foto darf mit Werken Dritter zusammen genutzt (vervielfältigt, gesendet, zugänglich gemacht) werden, auch als Zusammenschnitt zum Beispiel für ein Video oder eine Animation. Schmumpf* darf das Foto insbesondere werblich nutzen.

Schmumpf* – Name wurde aus Rücksicht geändert.
Doch, von Bildagenturen her kenne ich das auch so. Aber war das hier nicht ein Fotowettbewerb?

8. Der Teilnehmer muss die von ihm hochgeladenen Fotos selbst erstellt haben.
Mit dem Hochladen eines Fotos bestätigt der Teilnehmer, dass Rechte Dritter (insbesondere Urheberrechte, Leistungsschutzrechte, Recht am eigenen Bild, Markenrechte) nicht verletzt sind. Der Teilnehmer stellt Schmumpf* von allen Ansprüchen Dritter wegen Rechtsverletzungen einschließlich der Kosten der notwendigen Rechtsverfolgung frei.
Schmumpf* unterrichtet den Teilnehmer im Falle einer etwaigen Inanspruchnahme. Der Teilnehmer unterrichtet Schmumpf*, falls ihm nach Ablieferung bekannt wird, dass sich Dritte Rechte an Werken geltend machen. Die hier geregelten Verpflichtungen gelten ausdrücklich auch nach dem Ende des Wettbewerbs fort.

Auch das Bedingungen, wie sie bei Stock- und Microstockagenturen üblich sind. Klar, denn der Bildkäufer soll ja vor Schaden bewahrt werden. Deswegen dann auch der Aufwand mit Model Releases und Property Releases.

Die Dame von der PR-Agentur, nachdem darauf hingewiesen, verweist auf Abschnitt 7:

7. Im  Zusammenhang mit der Durchführung des Gewinnspiels gilt: Die Einräumung der  Nutzungsrechte erfolgt vergütungsfrei. Dies gilt für die Präsentation auf der  Website, für Werbematerial zum Gewinnspiel, die Präsentation zum Beispiel in  Filialen oder den Abdruck von Fotos im Rahmen der Presseberichterstattung und  zwar auch nach Abschluss des Gewinnspiels. Von der vergütungsfreien  Rechteeinräumung unberührt bleibt die Pflicht von Schmumpf* zur Leistung der Prämie  an diejenigen Teilnehmer, deren Fotos einen Gewinn erzielt haben.

Das wird dann auch fleißig kommentiert mit:

  • “… Ihre Rechte als Fotograf stärkt und berücksichtigt.”
  • “… Recht für die Nutzung seines Bildes im Rahmen der
    Kampagne einräumt …”
  • “… schließt auch die spätere Nutzung z.B. für Digital
    Signage im Web etc. ein …”
  • “… Nicht eingeschlossen wäre z.B. die Verwendung eines
    Bildes für eine Aktion zum Sommerschlussverkauf …”
    .

Nein, so recht ernst genommen oder gar verstanden fühle ich mich beim Lesen nicht. Will da vielleicht jemand hauptsächlich Kosten für Bildagenturen und Lizenzierung von Fotomaterial vermeiden? Wie siehst Du diesen Fall?

Reiner (0 comments)Sonntag, 28. Februar 2010 - 13:51:14

Hier wird mal wieder versucht an kostenlose Fotos für die eigene Werbung zu kommen. Viele Hobbyknipser ist es meist egal. Hauptsache das Bild ist überall zu sehen. Das sie als Teilnehmer total verar…. werden, merken die wenigsten.

Gruß
Reiner

Roland (0 comments)Sonntag, 28. Februar 2010 - 17:27:20

Hi,

Ohne jetzt alle Details & Hintergrundinfos zu dem Wettbewerb zu haben.
Und ohne Anspruch darauf, daß meine Bilder es Wert wären ;o)
Deine Auszüge aus den Teilnahmebedingungen wären ein glattes “AUS” für eine Teilnahme an dem Wettbewerb – auch für mich als “Hobbyfotograf”.

Ich für meinen Teil finde es zwar immer wieder toll die Möglichkeit zu haben, ein Bild irgendwo platzieren zu dürfen – dies ist auch ohne Geldfluss für eine bestimmte Sache/Projekt völlig OK (weil ich ja nicht davon Leben muss), doch es kann nicht angehen, das ein Schmumpf* für ein Butterbrot versucht an so viele Bilder zu kommen wie Möglich um diese komplett zu vermarkten (ein paar tolle Bilder sind ja sicher immer dabei).
Wer weiß auf welche Ideen die kommen, wofür man (d)ein Bild verwednen kann?

Es hört sich ziemlich Einseitig an für mich … ?

Uwe (0 comments)Sonntag, 28. Februar 2010 - 18:22:49

@ Roland: viele die über Copyright und Lizenzierung ein bisschen nachgedacht haben werden es genauso sehen wie Du und ich. Als Hobbyfotografen können wir durch die Teilnahme lernen und das Interesse des Veranstalters die eingereichten Fotos in einem vertretbaren Rahmen zu nutzen ist ebenso legitim.

Hier ist aber IMO die erforderliche Balance zwischen den Interessen des Copyright-Owner und des Veranstalters nicht mehr gewahrt. Wenn auch nur durch eine vielleicht zu forsche PR-Agentur. Der Firma Schmumpf* will ich keine unlauteren Absichten unterstellen.

Roland (0 comments)Sonntag, 28. Februar 2010 - 21:16:29

@Uwe,

Ich gebe dir Recht …
Und nein – ich will hier auch niemanden etwas unterstellen – ich kenn ja auch nicht alle Fakten. Dies ist lediglich meine persönliche Meinung dieser Momentaufnahme, daß der Punkt 6 & 7 in dem Auszug für mich persönlich die Teilnahme die Teilnahme uninteressant machen würden. Aber es ist ja jedem selber überlassen.
Kann ja jeder Lesen ;o)

Ich finde es toll wenn ein Bild von mir gefällt und es gezeigt wird. Ich gebe die Bilder auch gerne kostenfrei weiter – wenn ich weiß wofür es verwendet wird. Ich verdiene nichts an der Weitergabe, sondern fühle mich geschmeichelt. Das im Zuge des Gewinnspieles Bilder verwendet werden ist klar – aber eben nur in der Zeit & im Zusammenhang mit dem Gewinnspiel – jedoch bleiben bei den meisten die Rechte beim Einsender der Bildes … wie es sich gehört. Wen jemand Geld damit machen will sollte die andere Seite nicht übervorteilt werden.

Ich bin auch ein kleiner Anhänger von creativ commons (CC), aber eben das gleiche Recht für beide Seiten. Mein Name drunter und eben kein Geld für beide Seiten. Für alles andere gibts Verträge auch für beide Seiten … ;o)

Rainer (0 comments)Sonntag, 28. Februar 2010 - 23:06:39

Hallo,
der größte Beschiss bei dem Fotowettbewerb ist die Bewertungsmethode, da man so oft man will (oder besser Zeit hat) abstimmen kann. Also was soll der Scheiss, denn mit User Voting hat das nichts zu tun. Ein Blick auf die ersten 4 Plätze (alle vom selben Bildautor) zeigt, dass es eher darum geht, wie man das “simple” System austrickst, als dass eine auch nur halbwegs ehrliche User-Meinung zum Ergebnis beiträgt.

Also eine Verarschung der Teilnehmer, die aber naiv und kostenlos ihre Bilder anbieten. Die Firma Görtz wird bei den Teilnehmern nicht unbedingt an Reputation gewinnen oder in irgendeiner Weise einen positiven Eindruck hinterlassen.

Geschieht Ihnen Recht, und nächstes Mal sollten Sie einen anderen Organisatort/Veranstalter des “Fotowettbewerbs” auswählen. Besser noch wäre, wenn Sie so etwas in Zukunft ganz lassen würden. Es gibt auch Schuhe von andern Firmen.

Rainer (0 comments)Mittwoch, 03. März 2010 - 21:54:46

Hallo,

die Wettbewerbsveranstalter haben sich meine Kritik zu Herzen genommen und anscheinend versucht die Bewertungsmethoden zu verbessern und fairer zu gestalten. Auf den ersten Blick scheint es zumindest deutlich besser zu sein, das finde ich gut.

Wer kritisiert, sollte auch loben können. Ich finde es gut, dass der Veranstalter versucht, die berechtigte und auch akzeptierte Kritik aufzunehmen, und durch Verbesserung des Bewertungssystems einen fairen Wettbewerb zu gestalten. Ein perfektes Bewertungssystem gibt es wohl nicht, aber das neue System erscheint deutlich fairer und gibt jedem Teilnehmer auch eine Chance.

Titelbild Februar 2010: das Stahlwerk

Für den Weitblick im Titelbild dieses Blogs sorgt im Februar ein GigaPan-Panorama. Geschossen wurde es im Landschaftspark Duisburg bereits im Dezember 2008.Vom Gigapixel ist das Bild übrigens weit entfernt, es kommt “nur” auf 180 Megapixel.

In der Zwischenzeit wurde der GigaPan-Imager gepimpt und weitere GigaPans damit fotografiert. Wenn auch nicht ganz so viele wie ich gehofft hatte. Mal schauen was dieses Jahr in Sachen GigaPixel bringt.

Bildpräsentation im Internet: wie, wo, für wen?

Schnell sind die eigenen Fotos im Internet, aber: präsentiere ich meine Werke auch optimal? Und den richtigen Leuten? Tipps für und Fragen an Interessierte.

Mann, war das früher mühsam. Die Filme mussten erst aus der Entwicklung zurück sein, von Hand gescannt werden und dann wurde nachbearbeitet. Dann der Upload, die Fotos im HTML einbetten, preview, weiteres Tuning …
Vor acht bis zehn Jahren war das schon ein mühseliges Unterfangen.Und heute? Wenn der Upload nicht gleich von der (Handy-)Kamera erfolgt, ist der Weg doch eher flott: Speicherkarte ausgelesen, minimale Korrekturen und mit einem geeigneten Programm in einem Schritt uploaden, benamsen und ggf. taggen – et viola.
Klar, mit den Ansprüchen wächst der Aufwand für den Workflow, aber im Vergleich bleibt das Tempo immer noch rasant.

Aber kaum hat man sich bei einer der großen Foto-Communities angemeldet und ein paar Fotos hochgeladen, oder einen Fotoblog eingerichtet, schon kommen unbequeme Fragen.
Gefällt mir die Art der Präsentation? Anderen auch? Lenkt die Benutzeroberfläche nicht ab? Sind die Fotos zu klein? Was, wenn da einer meine Fotos klaut? Was, wenn die Falschen Leute meine Fotos sehen?

Sich vor dem Upload einige Fragen zu stellen – vielleicht auch nochmal nachdem man die eigene Fotogallery schon eine Weile online hat – ist eine gute Idee.

Wer soll / darf meine Fotos sehen? Das Foto von der beim Baden fotografierten vier Monate alten Tochter soll nur die Familie sehen. Die Dokumentation der letzten Kegelclubfete auf keinen Fall die Kollegen.
In der Frage steckt schon eine feine Abstufung: wer soll die Fotos sehen (primäre Zielgruppe) und wer darf (sekundäre Zielgruppe) oder darf nicht (Ausschlussgruppe) die Fotos betrachten.
Haben die eigenen Fotos einen künstlerischen Anspruch, dann macht eine große Zielgruppe Sinn. Wer das Heranwachsen seiner Kinder dokumentiert wird sehr gezielt bestimmen wollen wer Zugriff hat. Wem manche der eigenen Bilder gar peinlich sind oder wer nicht möchte das jedermann ein Foto gleich mit dem Fotograf in Verbindung bringen kann, der muss vielleicht sogar zu einem Pseudonym greifen. Vorher ein paar Gedanken daran zu verschwenden empfiehlt sich, schließlich vergisst das Internet nichts.
Meine Fotos darf jeder sehen, meine Hauptzielgruppe sind Fotointeressierte und Anonymität brauche ich nicht.

Wie tech-savvy sind meine Zuschauer? Wer Bilder mit älteren Generationen teilen möchte, der wird eine übersichtliche Benutzerschnittstelle (die auch Silver-Surfer gerne bedienen) vorziehen. Die Generation Upload hat im Lauf der Zeit gelernt zwischen Inhalt und Medium zu unterscheiden, da stört dann auch eine komplexes GUI kaum noch. Der Ästhet fühlt sich von Bedienelementen schon abgelenkt, bei Communities mit Geek-Faktor (ala Flickr) wird er nimmer glücklich.
Mir ist es wichtig das möglichst viele Menschen Zugang zu meinen Fotos bekommen, eine einzige Bildgalerie genügt meinen Zwecken nicht.

Was zeige ich, einen Schuhkarton mit Fotos oder Kunst? Sind es nur die besten Ergebnisse meiner Fotografie die ich zur Schau stellen will oder auch den Weg dorthin? Oder dokumentiere ich Geschehnisse und möchte mich mit vielen Bildern mitteilen. Nicht nur in der Kunst gilt: weniger ist mehr, ein Portfolio enthält kaum hunderte Fotos, die Dokumentation einer Hochzeit hoffentlich (viel) mehr als fünf. Außerdem: Freunde und Familie sind zwar sehr gnädig wenn es um Gestaltung und Bildqualität geht, die guten Treffer wie die Stecknadel im Heuhaufen zu suchen überfordert auch sie.
Ich möchte zweierlei: eine gediegene Präsentation meiner besten Fotos, genauso wie einen “virtuellen Schuhkarton” in dem auch Experimente, Doku und nicht optimale Fotos Platz haben. Also zwei verschiedene Präsenzen.

Im nächsten Artikel dieser Serie geht es dann darum wie die Inhalte und Themen der eigenen Fotografie die Art der Präsentation mitbestimmen.

Inhalte der Serie "Bildpräsentation im Internet"

  1. Bildpräsentation im Internet: wie gehe ich’s an?
  2. Bildpräsentation im Internet: wie, wo, für wen?
  3. Bildpräsentation im Netz: was braucht Dein Bild?
  4. Des intermayer’s neue Kleider …