Titelbild Dezember 2009: der Urban Explorer

Das Dezemberbild war ja schon im Mai diesen Jahres zu sehen. Ziel der Aufnahme war es das hier eingesetzte Tragesystem zu fotografieren.  Die Point-n-Shoot stand auf dem Gorillapod und mangels Fernauslöser wurde mit Intervalltimer ausgelöst.

Dumm nur das bei der Frontalaufnahme der Gesichtsausdruck völlig entgleist war. Also schnell ein “unbemanntes” Bild in GIMP hinterlagert, eine Maske gepinselt und schon war das Selbstbildnis fertig.

So so, Film ist also viel besser als digital …

Endlich sagt’s mal einer wie’s ist. Der Ken Rockwell hat nämlich herausgefunden das Film viiiiiel besser ist als die digitale Fotografie, mehr Dynamikbereich, mehr Megapixel für’s Geld, es geht ohne Computer, gibt weniger Stress mit Frau / Freundin und überhaupt.

Der Kim Brebach allerdings, der ist eine richtige Dumpfbacke. Der liest nämlich Ken’s Artikel, denkt sich “Aha” und probiert’s selbst aus. Dabei stellt er sich aber ziemlich ungeschickt an und sagt anschließend: “Stimmt ja alles gar nicht, Film ist doof!”.

Herr, wirf Hirn vom Himmel! Seit einem viertel Jahrhundert ziehe ich Film durch Kameras, fotografiere seit Jahren auch digital, aber so ein schlampiges, hirnloses Geschreibsel wie von den beiden oben genannten Herren habe ich noch selten gelesen.
Kein Klischee das die Gentlemen nicht dreschen, keine Milchmädchenrechnung die nicht gemacht wird, dafür aber pfundweise Blauäugigkeit und verschweigen von wichtigen Informationen.

Ich mag sowohl die Fotografie auf Film wie auch die Digitalfotografie, aber mit solchen Beiträgen werden interessierte Leute einfach nur geneppt. Und das alles nur um ein bißchen Google Juice zu bekommen?

jan (1 comments)Samstag, 19. Dezember 2009 - 23:31:30

stimmt schon, allerdings sieh es mal positiv… du hättest einen artikel weniger wenn du dich nicht über beide herren aufregen würdest ;-)

Uwe (1 comments)Sonntag, 20. Dezember 2009 - 07:51:58

Sogar zwei Artikel. Irgendwann um die Weihnachtszeit kommt nämlich ein (oder zwei) Blogpost mit eigenen Erfahrungen zur Fotografie auf Film im Jahr 2009 heraus. Da wird dann mal der ein oder andere Mythos entzaubert, erklärt was man von Laboren heute erwarten darf, wie es sich mit Kosten verhält und wie beim scannen reichlich Megapixel auf der Strecke bleiben.

Thomas (1 comments)Sonntag, 20. Dezember 2009 - 08:31:00

Hatte KR in letzter Zeit vielleicht zu wenige Besucher auf seiner Website? Man kann mit provokanten Artikelüberschriften ja Besucher auf die Seite locken, auch wenn der Artikel eigentlich sinnlos ist…

Tamer (1 comments)Freitag, 25. Dezember 2009 - 12:09:41

Ich setzte derzeitig auch viel lieber auf Film. Besonders wird es erst interessant, wenn man sich nicht die 0/8/15 Filme aus dem Discounter für 1€ holt sondern richtig klasse Filme wie den Portra Film o.ä. besorgt die natürlich um einiges mehr kosten, aber Ergebnisse liefen die viele mit der Billdbearbeitung versuchen nachzuahmen.

Daniel (1 comments)Freitag, 01. Januar 2010 - 10:26:54

Hehe typisch Ken….
Der gute Mann polarisiert extrem. Das fängt bei seinen doch knallig bunten Fotos an und hört bei jede Menge “wichtiger” Artikel auf seinem Blog (“wie ich mir andauern ein neues Auto leisten kann” etc) auf.
Man muss halt wissen, wie seine Schreibweise und sein Denken zu nehmen sind. Auf der anderen Seite bietet seine Seite unheimlich viel Information (grad für Nikon User) wie z.B. gut gemachte “Handbücher” im PDF Format für die gängigsten Kameras. Für mich ist Ken´s Seite wie eine Online-Illustrierte – Information gewürzt mit vieeel Entertainment – was aber was ist, sollte jeder für sich entscheiden ;)

Michael (1 comments)Dienstag, 05. Januar 2010 - 16:26:02

Auf den Artikel über Film bin ich ja schon sehr gespannt. Ich bin da immer hin und her gerissen. Ich bin erst im digitalen Zeitalter ernsthaft in die Fotografie eingestiegen, zu Filmzeiten war meine Standardknipse eine Instamatic. Reden wir mal nicht davon.
Jetzt habe ich zwar ein paar Schätze des Altertums daheim stehen, würde auch gerne ein wenig mit Film ausprobieren, aber die Kostenschiene hält mich noch ein wenig zurück. Billig, soviel ist mir schon klar, bringt mich wohl nicht weiter, die Qualität die aus dem Minilab kommt kann ich so gleich an /dev/null weiterleiten. Schwarzweiss Film, im Fachlabor entwickeln und Scannen, danach Hybrid weiter? Sieht derzeit nach einem akzeptablen Kompromiss aus, bleibt aber natürlich hinter den theoretischen Möglichkeiten des Mediums Film noch zurück. Selber entwickeln und scannen? Hm, hohe Anfangsinvestitionen, hohe Lernhürden, hoher Zeitaufwand. Kostenvorteil fraglich.
Gutes Neues noch und wie gesagt, ich bin gespannt.
PS: Deine Streitschriften finde ich immer wieder erheiternd und erhellend!

Uwe (1 comments)Mittwoch, 06. Januar 2010 - 13:58:56

@ Michael: was Du adressierst ist nicht ganz unwichtig. Wer mit ‘ner Holga seinen Spass haben will ist auch mit Minilab & Co vernünftig bedient. Wer sich aber auf den Weg macht mit Film (und ggf. hybridem Workflow) eine hohe Qualität zu erreichen, auf den wartet eine andere Welt.
Mich deucht das wird in einem Artikel nicht abzufrühstücken sein …

WBF 2009 – Kampf mit dem Bokeh-Monster

Oder auch: Warum ein lichtstarkes Objektive für viel Geld manchmal ziemlich bockig ist und wie man das Monstrum zähmt um damit gute Bilder zu produzieren.

Was für’n Bock? Nein nein, es geht um Bokeh und Wikipedia definiert den Begriff so:

Bokeh (von jap. boke „unscharf, verschwommen“ [1]) ist ein in der Fotografie verwendeter Begriff, um die subjektive, ästhetische Qualität von unscharfen Gebieten in einer fotografischen Abbildung zu kennzeichnen, die von einem Objektiv projiziert werden. Es geht dabei nicht um die Stärke der Unschärfe, sondern darum, wie die Unschärfebereiche aussehen.

Wer ein Hohelied über das Bokeh im Allgemeinen hören will wird ja schon bei den Blognachbarn fündig (hier, dort, da, da auch). Auch an Blogposts über das richtige Stück Glas für’s schöne Bokeh herrscht aktuell kein Mangel (siehe bei kwerfeldein, zoomyboy, Martin Bailey).
Dafür geht es in diesem Artikel um die Frage warum sog. “Bokeh-Monstren” auch oft unscharfe Ergebnisse produzieren und wo die Ursachen liegen.

Bokeh-Monster? Ein Objektiv mit hauchdünner (kurzer) Schärfentiefe, am Fokuspunkt muss die Schärfe dann aber wirklich “knackig” sein.
Von Details  der Objektiv-konstruktion abgesehen gibt es ein paar einfache Faktoren die zu Unschärfe und damit Bokeh beitragen: mittlere bis lange Brennweite, hohe Lichtstärke (1.8, 1.4, 1.2, 1.0), mittlere bis kurze Aufnahmeentfernung. Wenn Bokeh eine Rollse spielt greife ich oft zu Brennweiten mit Offenblende 1.4, hier 50 und 85 mm Brennweite.

Wo liegt das Problem? Leider genau dort wo man es nicht vermutet: viele der Aufnahmen die mit einem Bokeh-Monster entstehen sind unscharf. Genauer: sie sind nicht dort scharf wo es dem Foto gut täte, häufig aber in bildunwichtigen Bereichen. Wie kommts? Bei mir haben die folgende n Punkte zum Problem beigetragen:

  1. Front- und Backfokus (auch lesenswert: Wonco)
  2. Falscher Motivteil fokussiert
  3. Autofokussystem der Kamera überfordert
  4. Schärfekontrolle im Sucher kaum möglich
  5. Fokus and Recompose

1. Front- und Backfokus:

der Artikel von Wonco ist wirklich lesenswert und lässt kaum Fragen offen. Eigene Efahrung zum Thema: bei einem Objektiv konnte ich Frontfokus gerade noch nachweisen, für mich kein  Thema.

2. Falscher Motivteil fokussiert: ja kommt vor. Bei mir häufig aus Versehen oder in der Hitze des Gefechts. Übung und Erfahrung tragen zur Fehlermeidung bei.

3. Autofokussystem der Kamera überfordert: zu wenig Kontrast unter dem AF-Sensor, zu dunkel, der Sensor ist zu groß, zu langsam, …
Ein hochgezüchtetes AF-System ist kein akademischer Vorteil hier zahlt er sich praktisch aus. Durch die Bank finden sich die performantesten AF-Systeme eher im hochpreisigen Segment wieder. Schade, das wird aber meine zukünftige Kaufentscheidung beeinflussen.

4. Schärfekontrolle im Sucher kaum möglich:

immer kleiner, dunkler und von vorne bis hinten gestochen scharf – der Blick durchs Sucherokular vieler DSLR ist enttäuschend. Besonders bei Crop-Sensor-DSLR ist das Problem technologisch kaum vermeidbar. Das Problem ist zwar meist nicht ursächlich für unscharfe Bilder, verhindert aber leider die Erkennung und Vermeidung.
Doch Abhilfen sind (manchmal) möglich: für viele Spitzenmodelle sind Suchermattscheiben speziell für die manuelle Schärfebeurteilung verfügbar, eine Sucherlupe kann beim entschleunigten Fotografieren ebenfalls helfen.
Bei meiner nächsten DSLR wird sich das in den Auswahlkriterien wiederfinden.

5. Focus and (then) recompose:

das Prinzip ist simpel – mit dem besten (oft dem zentralen) AF-Sensor den bildwichtigen Motivteil fokussieren, Fokus festhalten und rekomponieren. Funktioniert extrem gut mit Weitwinkelobjektiven aber mit einem Bokeh-Monster …
Wer  häufig den Fokus statt auf den Augen des Motivs auf dem Ohransatz hat und schon einen Fall von Backfokus vermutet, der sollte mal einen der kritischen Blogposts zum Thema lesen (hier, hier ebenso, wie auch da und dort). Einzig Kamerahersteller Hasselblad scheint bisher daraus gelernt zu haben (siehe Heise und Hasselblad).
Eigenes Fazit: mit Schärfentiefe im Bereich von Millimetern, bei geringer Aufnahmeentfernung und deutlichem schwenken zwecks Recompose ist dieser Fehler signifikant. Focus und Recompose werde ich in solchen Situationen künftig seltener nutzen.

Wie zähmt man nun ein Fokus-Monster? Mein Vorschlag kommt dem ein oder anderen bekannt vor: Übung, Fehleranalyse und lernen (so wie oben beschrieben), weiter üben.
Ein Objektiv vom Schlag eines 1.4 / 85mmm reißt ein spürbares Loch in die Kasse, Übung im Umgang damit ist zwingend notwendig und verglichen mit den Anschaffungskosten unendlich preiswert.

Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht?
Bist zu zu den gleichen oder anderen Schlüssen gekommen?
Hat Dich der Artikel weitergebracht oder fehlt Dir etwas?

Frank (1 comments)Donnerstag, 17. Dezember 2009 - 02:14:27

Sehr gut auf den Punkt gebracht!

Markus (1 comments)Sonntag, 10. Januar 2010 - 11:48:22

“für viele Spitzenmodelle sind Suchermattscheiben speziell für die manuelle Schärfebeurteilung verfügbar”

Solche Wechsel-Mattscheiben gibt es von verschiedenen Herstellern auch für Billigmodelle: Zum Beispiel habe ich eine meiner EOS 350D mit einer Schnittbildmattscheibe ausgestattet.
Der Wechsel ist dann allerdings etwas schwieriger als wenn die Kamera vom Hersteller dafür vorbereitet ist.
Bei Vollformat – ich habe die 5D – geht das manuelle scharfstellen auch ganz akzeptabel mit der Standard-Mattscheibe. Werde mir trotzdem mal die Spezielle einbauen, um die Ausbeute zu erhöhen.

Techno Volcano

Markus (1 comments)Sonntag, 10. Januar 2010 - 11:51:23

Tilt macht Spaß!
Ich habe mir deshalb ein Selbstbau-Tilt-Objektiv gebaut.
Und so zwei Canon FD Normalobjektive vorm verstauben gerettet:
http://www.4photos.de/camera-diy/tilt_und_shift.html

WBF 2009 – Probleme erkennen und beheben (2)

Und weiter geht’s mit dem Erfahrungsbericht, den überstandenen Herausforderungen und dem ein oder anderen Tipp.

Kenne Deine Ausrüstung. Im Fotografengraben vor der Bühne herausfinden welche Messmethode mit wie viel Belichtungskorrektur optimale Ergebnisse bringt? Nee, üben tue ich lieber wenn ich Zeit habe, fahre ich zu einem Festival beherrsche ich mein Zeugs lieber.
Wer seine Ausrüstung blind beherrscht ist klar im Vorteil. Die Kamera vom Auge zu nehmen bedeutet in manchen Situationen unwiederbringliche Momente zu verpassen. Checklisten sind eine gute Idee und gehen durch viel Übung in Fleisch und Blut über.

Witterung. “Das bißchen Sonne macht mir nix aus, ist ja genug Schatten da.” Wer nicht hören will muß fühlen, nach drei Tagen Sonnenschein ist der Sonnenbrand vorprogrammiert. Gelernt: Sonnenmilch und Hut sind am Mann.

Am Abend des letzten Festivaltages sitzen wir beim Abendessen. Die Bühnenpräsentation ist in vollem Gange, das Ende der Veranstaltung noch fünf, sechs Stunden weit weg – trotzdem wird das Bühnendach abgesenkt, die Großbildleinwand eingefahren, Lautsprecher in Folie eingepackt. Merkwürdig.
Mir fällt ein Tröpfchen auf die Nase und bevor ich Luft geholt habe gießt es aus allen Rohren. Besucher, Bodypainter, Modells und Fotografen (mit Ausrüstung behängt wie Weihnachtsbäume) rennen wie die Hasen um irgendwo ein trockenes Plätzchen zu ergattern. Ich springe unter einen nahe stehenden Baum, werfe mir einen Regenponcho über und in Sekunden sind die Ausrüstung und ich im Trockenen. Gelernt: Regenschutz für Mann und Material sind immer am Mann.

Tagsüber geschwitzt und abends gefroren? Ist wohl jedem schon mal passiert. Später wieder aufwärmen ist ja ganz nett, beim mehrtägigen Einsatz drückt so was aber auf die Motivation. Gelernt: Kleidung nach dem Zwiebelschalenprinzip, warme Klamotten in Reichweite.

Verpflegung. Weder mit knurrendem Magen noch kugelrund vollgefuttert kann ich mich auf’s Fotografieren konzentrieren. Deswegen esse ich eine Kleinigkeit nach Bedarf und wenn Zeit ist. Aber: Getränke sind immer direkt greifbar, klebt erst die Zunge am Gaumen ist es mit der Bildgestaltung nicht mehr weit her.

WBF 2009 – Probleme erkennen und beheben (1) » blog.intermayer.com (1 comments)Sonntag, 29. Januar 2012 - 19:52:13

[…] Fortsetzung im nächsten Blogpost. […]