Archiv für die Kategorie ‘Motiv Scout’

WBF 2009 – Probleme erkennen und beheben (2)

Freitag, 27. November 2009

Und weiter geht’s mit dem Erfahrungsbericht, den überstandenen Herausforderungen und dem ein oder anderen Tipp.

2007-087-0035-edit01-webgal.jpg Kenne Deine Ausrüstung. Im Fotografengraben vor der Bühne herausfinden welche Messmethode mit wie viel Belichtungskorrektur optimale Ergebnisse bringt? Nee, üben tue ich lieber wenn ich Zeit habe, fahre ich zu einem Festival beherrsche ich mein Zeugs lieber.
Wer seine Ausrüstung blind beherrscht ist klar im Vorteil. Die Kamera vom Auge zu nehmen bedeutet in manchen Situationen unwiederbringliche Momente zu verpassen. Checklisten sind eine gute Idee und gehen durch viel Übung in Fleisch und Blut über.

Witterung. “Das bißchen Sonne macht mir nix aus, ist ja genug Schatten da.” Wer nicht hören will muß fühlen, nach drei Tagen Sonnenschein ist der Sonnenbrand vorprogrammiert. Gelernt: Sonnenmilch und Hut sind am Mann.

Am Abend des letzten Festivaltages sitzen wir beim Abendessen. Die Bühnenpräsentation ist in vollem Gange, das Ende der Veranstaltung noch fünf, sechs Stunden weit weg – trotzdem wird das Bühnendach abgesenkt, die Großbildleinwand eingefahren, Lautsprecher in Folie eingepackt. Merkwürdig.
Mir fällt ein Tröpfchen auf die Nase und bevor ich Luft geholt habe gießt es aus allen Rohren. Besucher, Bodypainter, Modells und Fotografen (mit Ausrüstung behängt wie Weihnachtsbäume) rennen wie die Hasen um irgendwo ein trockenes Plätzchen zu ergattern. Ich springe unter einen nahe stehenden Baum, werfe mir einen Regenponcho über und in Sekunden sind die Ausrüstung und ich im Trockenen. Gelernt: Regenschutz für Mann und Material sind immer am Mann.

Tagsüber geschwitzt und abends gefroren? Ist wohl jedem schon mal passiert. Später wieder aufwärmen ist ja ganz nett, beim mehrtägigen Einsatz drückt so was aber auf die Motivation. Gelernt: Kleidung nach dem Zwiebelschalenprinzip, warme Klamotten in Reichweite.

2007-089-0029-edit01-webgal.jpg Verpflegung. Weder mit knurrendem Magen noch kugelrund vollgefuttert kann ich mich auf’s Fotografieren konzentrieren. Deswegen esse ich eine Kleinigkeit nach Bedarf und wenn Zeit ist. Aber: Getränke sind immer direkt greifbar, klebt erst die Zunge am Gaumen ist es mit der Bildgestaltung nicht mehr weit her.

WBF 2009 – Probleme erkennen und beheben (1)

Donnerstag, 26. November 2009

Jeder der schon mal für mehrere Tage auf einem Festival fotografiert hat weiß: unverhofft kommt oft.  Jedes Mal fährt man mit der Gewissheit hin gut vorbereitet zu sein und viele Eventualitäten bedacht zu haben … und jedes Mal lernt man wieder Neues dazu.
Hier nun ein paar der Dinge die ich im Lauf der Jahre beim fotografieren auf dem World Bodypainting Festival gelernt habe.

2009-022d-0049-e01-dmgal.jpg Nicht in Stimmung. Gute Laune auf Knopfdruck ist nicht jedermanns Sache. Trotzdem: schlechte Laune kann sich auf die eigene Kreativität auswirken und auf einem Festival mit einigen tausend Besuchern absolut fehl am Platze. Ruhig bleiben, Toleranz üben, fünf auch mal gerade sein lassen, immer freundlich sein, nicht gleich in die Luft gehen wenn Dir jemand auf den Fuß tritt oder den Ellbogen in die Seite drückt. “If you can’t do it with a smile, then don’t do it”. Und lächeln.

2007-058-0017-edit01-webgal.jpg Menge an Ausrüstung. Große Fotorucksäcke mit 15 Kilo und mehr, Stativ gleich dran geschnallt; oder gar zwei Koffer läss(t)ig auf einem kleinen Wägelchen hinter sich herziehen? Gepäck das zu schwer ist um es dauerhaft zu tragen, dass abgestellt werden muss und dann für andere zum Stolperstein wird? Nein Danke! Gelernt: nur was sich bequem und schmerzfrei über die geplante Dauer tragen lässt kommt mit, weniger ist mehr. Notfalls lassen sich Ersatzausrüstung im  Hotel oder Auto deponieren.

Energie und Speicherplatz. Es gibt viele gute Gründe zu sparen. Bei einem Festival an Akkus und Speicherkarten zu sparen ist aber Unsinn. Gelernt: es kommen so viele Akkus und Speicherkarten mit, dass auch wenn viel Speicherplatz und Energie gebraucht werden, mindestens eine 30%-Reserve bleibt. Schließlich fallen Akkus und Speicherkarten zum ungünstigsten Zeitpunkt aus.

Fortsetzung im nächsten Blogpost.

Endlich wieder 9 Jahre alt und im Paradies

Montag, 15. Juni 2009

Hoppla, was darf man sich denn darunter vorstellen? Zumindest unter den Jungs dürften manche sich noch an ihre kindliche Faszination für Modelleisenbahn erinnern. Nicht zu reden von denen, die ihre Faszination für diese Spielerei nie ablegen.
Alle die fühlen sich als wären sie wieder neun Jahre alt und im Modellbahnparadies. Genauer gesagt im Miniatur Wunderland in Hamburg.

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Was dort auf der größten Modelleisenbahn der Welt geschaffen wurde ist nicht nur eine Modellbahn im Maßstab H0. Hier wurde eine vollständige Welt geschaffen, Figuren die Situationen darstellen und kleine Geschichten erzählen.

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Was liegt nun für einen Fotografen näher, als mit der Kamera bewaffnet dort hinzugehen und zu fotografieren bis die Speicherkarten voll sind? Darf man das überhaupt?
Fotografieren und / oder Videofilmen ist hier ausdrücklich erlaubt und macht unglaublich viel Spaß. Wenn, ja wenn man sich ein klein wenig vorbereitet.

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Anfahrt / Eintritt / Parkplätze sind auf der Webseite gut erklärt. Die kostenpflichtigen Parkplätze direkt vor dem Haus sind schnell voll, Anreise mit ÖPNV lohnt sich. Der Eintritt für Erwachsene kostet 10 EUR, Ermäßigungen für Schüler / Studenten / Kinder, etc.

Gedanken zur Fotoausrüstung. Damit der Besuch in der Speicherstadt dem Fotograf wie anderen Besuchern Spaß macht, sollte die Ausrüstung kompakt sein.

  • Point-and-Shoot Kamera oder DSLR
  • Weitwinkel- und Makroobjektive; lichtstarkes Zoom
  • Gorillapod, besser kein Einbein- oder Dreibeinstativ
  • Speedlight (gegen die Decke bouncen)
  • Winkelsucher oder drehbares Display
  • keine Fototasche; besser eine Weste oder Cargo-Pants;
    mitgebrachte Fototaschen wegen der Enge und den vielen Besuchern besser in einem der Schließfächer verstauen
  • Ersatzakkus und -speicherkarten
  • kleine Taschenlampe (ca. alle 30 Minuten wird es Nacht)
  • ein klein wenig Geduld, auch Andere wollen was sehen

Wer in der Nähe von Hamburg wohnt oder dort als Tourist unterwegs ist hat kaum eine Ausrede dort nicht vorbeizuschauen.

Flickr-Gruppen die sich ausschließlich mit dem Miniatur Wunderland befassen: MiWuLa und Miniaturwunderland Hamburg

    Wochende für fotografierende Automobilfans

    Donnerstag, 11. Juni 2009

    Am kommenden Wochenende kommen automobilinteressierte Fotografen und fotografierende Automobilisten gleich zweimal auf ihre Kosten.

    Das Herkules Bergrennen findet nach 1954, 2005 und 2007 vom 12ten bis 14ten Juni in Kassel statt. Hier treten nur Oldtimer zum Rennen an und die Veranstaltung wird durch ein Bugatti-Treffen gekrönt.
    Weiter östlich in Thüringen (Flugplatz Alkersleben) geht es bei den SpeedDays moderner zu. Bei der Drag & Drift Conference sind leistungsstarke Boliden der Neuzeit beim Kräftemessen zu bewundern. Na dann: Happy Shooting.

    Gigapan: auf dem Weg zum ersten Gigapixel

    Samstag, 27. Dezember 2008

    Wie kam ich eigentlich zu Gigapan und warum gerade in der am wenigsten attraktiven Jahreszeit und nicht im Frühjahr und Sommer?

    Warum GigaPan? Als ich zum ersten Mal von GigaPan hörte war mir schnell klar: das wäre was für mich. Single-Row-Panoramen mit einfachster und komplexer Ausstattung hatte ich schon hinter mir, aber weder hatte ich Ausrüstung (Multi-Row-Panoramakopf) noch Software und Rechenleistung um solche Panoramen stitchen zu können. Außerdem ist der Aufwand für manuelle Multi-Row-Panoramen groß – ab über 25 Bildern ist dann Schluß mit lustig.

    Wie lief das mit dem Kauf? Beim ersten Blick auf gigapan.org im Sommer 2008 waren die Lieferzeiten bei drei und mehr Monaten. Im November hörte ich dann in einer Episode von Exif and Beyond ein Interview mit dem Gigapixel-Pabst Eric Hanson, mit dem Hinweis auf die langen Lieferzeiten. Jetzt bestellen und das Ding dann im Frühjahr haben? Das würde dann zeitlich gut passen.
    Was mir damals nicht klar war: das Interview war einige Monate alt. So war denn mein Staunen groß, als nach zwei Tagen Lieferzeit das Paket aus USA angekommen war.

    Der erste Testlauf. Nach einem kurzen Einschalttest und ersten Spielereien im Wohnzimmer wollte ich den Imager gleich ausprobieren. Gelegenheit bot sich zwei Wochen später im Landschaftspark Duisburg. Schade nur: nach dem ersten Pano waren die Batterien leergesaugt und beide Ersatzakkupacks konnten den Imager bei Kälte nicht anfeuern. Sch….

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    Mittels Bastelarbeit wurde der Imager mittlerweile mit einem viel größeren Akku ausgestattet und Gedanken über Energiehunger muss ich mir so schnell keine mehr machen (bald Bilder zur Modifikation). (weiterlesen…)

    Inhalte der Serie "GigaPan Imager"

    1. Kameraschubser (GigaPan) im Test …
    2. Ein Panorama aus 108 Bildern stitchen
    3. Gigapan: auf dem Weg zum ersten Gigapixel

    Urbex-Scouting: ich muß draußen bleiben …

    Donnerstag, 04. Dezember 2008

    Das Jahr geht zu Ende, es ist noch reichlich Resturlaub übrig und so sitze ich an einem Freitag in aller Frühe im Auto und fahre nach Luxemburg. Auf dem Programm steht ein altes Stahlwerk, von dem nur noch die Erzbunker und die Wärme-Kraft-Kopplungs übrig sind: Terre Rouge.

    2008-120d-0012-pano01-e01-webgal.jpg

    Luxemburg ist wie die Wallonie eine Region welche wirtschaftlich eine wechselhafte Geschichte durchlebt hat. Mit der Industriealisierung und der Ausschöpfung der Bodenschätze kam der Aufschwung, mit der zunehmenden Globalisierung kam der ruinöse Kostendruck und schliesslich die Schliessung von Standorten.

    Was man andernorts weiter gebrauchen konnte wurde demontiert und fortgeschafft, andere Überreste früherer Geschäftigkeit ließ man stehen und überließ sie dem Zerfall. Im Fall von Terre Rouge wird das Erz bis heute (weiterlesen…)

    World Bodypainting Festival 2009

    Montag, 17. November 2008

    Wer sich für das World Bodypainting Festival 2009 im österreichischen Seeboden als Fotograf akkreditieren möchte, der kann sich nun über das Event informieren und anmelden.
    Entscheidungsfreudige sind im Vorteil. Die Plätze sind limitiert und jedes Jahr schneller vergriffen als im Jahr zuvor.

    [Bild nicht gefunden]

    Meine Artikel und Bildbeispiele finden sich übrigens unter dem Tag Bodypainting, hier im Blog und demnächst in der Galerie.

    Urban Exploration: Suche und Scouting

    Dienstag, 30. September 2008

    Eines hat James T. Kirk nie so recht gewollt: dahin zu gehen, wo vor ihm schon viele andere waren. So liegt für viele UrbExer der Reiz dann auch darin Neues zu entdecken – sich bei der Urban Exploration nicht gegenseitig die Klinke in die Hand zu geben.

    Wie man passende Objekte findet, herausfindet ob diese für eine Exploration taugen und sich überlegt was dort fotografisch ‘drin’ ist – das möchte ich hier an Beispielen zeigen.

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    (weiterlesen…)

    Urban Exploration: Vorbereitung ist wichtig!

    Donnerstag, 25. September 2008

    An einem Samstag Nachmittag im August: zufällig bin ich gerade in Darmstadt unterwegs, habe die Kamera im Kofferraum und noch etwas Zeit zur Verfügung und entschließe mich dem ehemaligen Bahnausbesserungswerk Darmstadt einen Besuch abzustatten.

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    Schon von Weitem sind die beiden Hochbunker hinter dem morschen Zaun zu erkennen, schnell das Auto in der Nähe abgestellt, durch eine Lücke im Zaun geschlüpft (500m weiter ist ein Tor offen), über den Hügel hinter dem Bunker gekrabbelt und ÜBERRASCHUNG: das gesamte Gelände ist eingeebnet. Es steht nichts mehr,alle Gebäude wurden plattgemacht, außer den beiden Bunkern (zugeschweißt) und einem alten Wasserturm (wird auch am Samstag von Bauarbeitern als Lager und Pausenraum benutzt.
    Hätte ich nur vorher im Internet kurz recherchiert, dann hätte ich gewußt: der Abriß hat schon im Frühjar begonnen. Mist!

    So wird man aus Schaden klug und nimmt sich vor: das passiert mir nicht mehr wieder.
    Die nächsten beiden Urbex-Exkursionen sollen also besser vorbereitet werden. Dabei helfen:

    • das Scouting und
    • die Recherche (bspw. im Internet, aber nicht nur da).

    Wie beides funktioniert, welche Informationsquellen zur Verfügung stehen, was man beim Scouting erleben kann und wie man auch von außerhalb des Zauns zu ansehnlichen Foto kommen kann, darum geht’s in den nächsten beiden Artikeln der Serie.

    Hineinschnuppern in die Urban Exploration

    Donnerstag, 18. September 2008

    Teil drei der Serie widmet sich der Frage wie man ohne Aufwand und ohne Gefahr die Urban Exploration ‘antesten’ kann. In der eigenen Stadt.

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    Nicht jeder der sich für die Bilder begeistern kann, begeistert sich auch für die Urban Exploration  – OK.

    2008-113d-0036-e01-webgal.jpg Unbehagen angesicht des Schmutzes, von Verboten, von Bausubstanz in fragwürdigem Zustand: Gründe sind schnell zur Hand das bequeme Sofa nicht mit potentiellen Unannehmlichkeiten einzutauschen.
    Wer nicht will soll’s ja auch nicht tun, wer aber mal ausprobieren möchte wie wohl (oder unwohl) er / sie sich dabei fühlt sollte in jeder Stadt Möglichkeiten finden es gefahrlos auszuprobieren.

    Mit welchen Lost Places fange ich an? Per Definition geht es ja um verlassene Orte. Die finden sich heutzutage eigentlich überall: alte Bahnhöfe, verlassene Wohnhäuser, aufgegebene Industrieflächen.
    In meiner Heimatstadt Wiesbaden fällt mir da z. B. der alte Schlachthof direkt neben dem Hauptbahnhof an.

    Bleib ruhig erst mal draußen. Ein Großteil des Geländes ist (weiterlesen…)

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