WBF 2009 – Welche Ausrüstung mitnehmen?

Drei Tage lang einen Event fotografieren, tagsüber im Sonnenlicht, nachts bei Konzerten und bei der Fluoro-Show, Face- und Bodypaintings als häufigste Motive. Tragbare Ausrüstung mit der ich mich gut auskenne. Also was nehme (nahm) ich mit?

Materialschlacht bei bestem Wetter

Nach der Erfahrung der beiden vorangegangenen Festivals war die Zusammenstellung der Ausrüstung nicht schwer und erwies sich am Ende als eine gute Wahl. Ein paar Rahmenbedingungen vorweg:

  • die gesamte Ausrüstung muss den ganzen Tag “am Mann” getragen werden, kein Koffer, kein Wägelchen hinter sich herziehen
  • schnelles Glas muss sein, süchtig nach geringer Schärfentiefe und Bokeh
  • ich bevorzuge Festbrennweiten
  • Schatten aufhellen ist unvermeidbar

Das Bild oben zeigt die Ausrüstungswahl anderer Fotografen. Bei diesem Ereignis gehe ich andere Wege, einige Anmerkungen zur Auswahl sollen auch nicht fehlen.

  • Objektiv 1.4 / 85 mm (Minolta G); kompakt, schnell, hauchdünne Schärfentiefe bei maximaler Öffnung – das Objektiv ist ein Traum, 95% der Bilder wurden damit gemacht; die Brennweite am Crop-Sensor ist mir allerdings (für die Bedingungen bei diesem Festival) zu lang
  • Objektiv 1.4 / 50mm (Sony);  klein, leicht, robust – das Objektiv wird oft unterschätzt, auch von mir
  • Objektiv 2.8 / 14mm (Sigma); hervorragend geeignet für ‘environmental portraits’ – leider kam es dieses Jahr nicht zum Einsatz

  • Kamera: Sony alpha 350, DSLR mit Crop-Sensor (1.6), Anti-Shake in der Kamera; offen gesagt habe ich eine Vollformatkamera mit vollwertigen Bedienelementen hier schmerzlich vermisst (25 Jahre Gewöhnung, kein anderer Grund), für ein solches Event eine Kamera zu mieten mit der ich nicht vertraut bin ist aber  nicht mein Ding
  • Hochformatgriff (Sony); die Kamera wird dadurch tatsächlich griffiger, die größeren Akkureserven vermeiden böse Überraschungen, bei bis zu 2500 Fotos pro Tag war kein Akkuwechsel nötig
  • Handschlaufe; macht auch schwere Kombinationen griffiger, die hier eingesetzte Haandschlaufe war allerdings nicht ganz so tauglich wie ihr Vorgängermodell (in einem küftigen Blogpost mehr)
  • Blitz 5600 HSD (Sony) ohne Lichtformer; für unkompliziertes Aufhellen im Freien
  • Orbis Ringflash mit Klammer und 5600 HSD; mit Blitzbelichtungskorrektur von -0,5 bis -1,0 ist der Aufhelleffekt ein Traum, aber selbst mit Klammer ist das in-der-Hand-halten mühsam und wacklig
  • 4 Kamera-Akkus, Eneloop-Akkus für die beiden Blitze
  • Giotto Rocket Blower, Optic-Papier, Brillenputztücher
  • Speicherkarten 3 * 4GB, 3 * 8GB
  • Einbeinstativ Monostat RS 16 Professional, Manfrotto Ball Head, Manfrotto Superclamp (Doppelclamp); kam nur nachts bei der Bühnenshow zum Einsatz – mit dem Superclamp wird das Einbein am inneren Absperrgitter festgeklemmt, sitzt bombenfest und ist extrem platzsparend

Ersatzausrüstung? Klar, war auch dabei, blieb allerdings im Hotel. Dazu gehörten natürlich Objektive, Kamera, Akkus. Auch für den mobilen Workflow war einiges dabei, auch das blieb alles im Hotel und wird in einem künftigen Blogpost vorgestellt.

Keine Zoomobjektive? Bei mir nur in der Ersatzausrüstung. Selbst Zooms mit einer Offenblende von 2.8 erreichen nicht die Schärfentiefe die ich anstrebe. Allerdings gehören 2.8 / 70-200mm bei den meisten anderen Fotografen zur Standardbrennweite für dieses Event.

Wie schon angekündigt geht es in loser Folge weiter mit einigen Detailberichten zum Event und der fotografischen Herangehensweise. Stay tuned:-)

Matthias Weinberger (1 comments)Sonntag, 13. September 2009 - 07:58:45

Gut beschrieben.
Davon kann ich einiges nur bestätigen – die 85er Objektive (auch das 1.8) werden oft unterschätzt. Die sind vielseitiger als man ihnen zutraut.

Bei meinem 50/1.8 wiederholt sich die gleiche Story mehrmals pro Jahr: ich nutze es für ein paar Wochen – bin begeistert – vergesse dass ich es habe – nutze es wieder – und bin wieder begeistert wie am ersten Tag. ;-)

Der ORBIS und die Eneloops dürfen in keiner Ausrüstung mehr fehlen. Hab schon 30 Stück von den Dingern. Billig und genial sag ich nur.

Ich bin allerdings kein Fan der Handschlaufen weil ich die beim Wechsel von Quer- zu Hochformatgriff nicht nutzen kann.
Meine Alternative: Klettersteighandschuhe (natürlich von Mammut). Unglaublich griffig – haben also den gleichen Effekt – sind nur universeller einsetzbar.

Und was bei mir noch den Weg in die Tasche gefunden hat sind Babywipes – also feuchte Reinigungstücher und Müsliriegel aller Art – für den kleinen Hunger zwischendurch. ;-)

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