Der Ringblitz und der Orbis

Licht umspült weich das Objekt von allen Seiten, Konturen werden geglättet ohne ganz zu verschwinden und für die Reflektionen die er bspw. in den Augen von Porträtierten hinterläßt ist er bekannt: der Ringblitz.

Äpfel und Birnen. Für Ringblitze gibt es im Wesentlichen zwei Einsatzgebiete: die 2009-003d-0084-e01-webgal.jpg Portät- / Beautyfotografie sowie die Makrofotografie. So verschieden die beiden Arbeitsgebiete sind, so verschieden sind die einzelnen Gattungen von Ringblitzen.
Bevorzugt man in der Makrofotografie sehr kompakte Geräte mit schwachem Einstellicht, gerne kombiniert mit TTL-Steuerung, so erfordert die Portaitfotografie mehr Leistung, kürzere Blitzfolgen und der Fotograf steuert die Blitzleistung bevorzugt manuell.

Das die im Bild gezeigten Szenarien Makro-Ringblitz und der Orbis als Lichtmodifikator in Verbindung mit einem Kompaktblitz nicht ebenbürtig sein können versteht sich von selbst. Wie also kam es dazu, das in meinem Fall der Orbis seinen Vetter ersetzte?

Früher, als ich nur auf Film fotografierte, viele Makroaufnahmen darunter, da war der Makro-Ringblitz die richtige (wenn auch teure) Wahl. Durch die kompakte Bauweise kaum störend, mit TTL sehr komfortabel und durch einzeln zu- und abschaltbare Röhren (ja, ein richtiger Ringblitz hat sowas nicht) war auch Schattenwurf einstellbar.

Mit der DSLR kamen dann einige böse Überraschungen: TTL zwischem ‘alten’ Blitzgeräten und neuer DSLR ging nicht mehr (AFAIK ist das nur den Pentax-Fotografen erspart geblieben), mangels manueller Leistungsstufen war die Dosierbarkeit der Blitzleistung gleich null (sehr ärgerlich im Makrobereich) und eine Ersatzbeschaffung damals mit über 700 Euro ‘Anschaffungswiderstand’ verbunden.

Was tun? Gleichzeitig hatte sich mein Nutzungsprofil verändert, Makro- und Table Top-Aufnahmen wurden seltener und die Nutzung für Portaitfotografie schien reizvoll. Das und ein knapp gesetztes Budget ließ mich vom Makro-Ringblitz Abstand nehmen.
Kein Problem, gibt es doch auch Alternativen zum ‘echten’ Ringblitz:

  1. Durchlichtschirm mit Loch durch das die Kamera schaut
  2. Lichtmodifizierer auf dem Kompaktblitz (Orbis, Ray Flash)
  3. wie 2., jedoch DIY
  4. Studio-Ringblitz wie Profoto ProRing 2 Ringblitz oder Alien Bee ABR-800

Die Variante 2. erschien mir am besten zu meinen Bedürfnissen zu passen und mit Kosten unter 200,- EUR auch in das knapp gesetzte Budget zu passen. Der Ray-Flash als erster kommerzieller Vertreter dieser Gattung schied aus folgenden Gründen schnell aus:

  • keine Kompatibilitätsaussage des Herstellers zu Sony/ Minolta
  • der Abstand zwischen Objektivmitte und Blitzreflektormitte ist fix
  • Zweifel an der mechanischen Stabilität der Kombi

Pluspunkte für Ray Flash: die kompakte Bauweise und die Verfügbarkeit für Mainstream (Nikon und Canon). Zugegeben: beides für mich uninteressant.

Das Rennen machte der Orbis deswegen, weil er mit den drei K.O.-Kriterien zusammenpasst und ich für die beiden Nachteile ‘wackliger Aufbau’ und ‘in der freien Hand halten’ bereits einen Work-around im Sinn hatte.

In der Fortsetzung geht es um die Erfahrungen beim Gebrauch des Orbis und wie man seine eingebauten Schwächen in den Griff bekommt.

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