Ein Panorama aus 108 Bildern stitchen

Das traurige an der digitalen Panoramafotografie: egal welchen Aufwand man beim Fotografieren betreibt, der Aufwand für das zusammennähen der einzelnen Fotos und für die Bildnachbearbeitung ist größer als die Zeit für die eigentliche Aufnahme.

Kann man bei kleineren Panoramen dem Stitcher noch bei der Arbeit zuschauen, so verschlingen GigaPixel-Panoramen stundenweise Rechenzeit. Mit welcher Software macht man sowas eigentlich?
Also ein paar Worte zu den drei Stitchern die ich benutze.

Panorama Studio ist als kommerzielle Software immer noch recht erschwinglich. Der Umgang mit dem Programm ist einfach, es gibt dennoch zahlreiche Möglichkeiten den Prozess zu tunen.
Doch Vorsicht: die Software ist nicht für Freihand-Panoramen gedacht, beste Ergebnisse werden mit Nodalpunktadapter erreicht. K.O.-Kriterium bei diesem Panorama: Panorama-Studio beherrscht nur Single-Row-Aufnahmen (einzeilige Panoramen), Multi-Row-Aufnahmen (mehrzeilige Panoramen) sind nicht möglich.

HugIn gilt als Spezialist für Freihandpanoramen – gerne auch mehrzeilig. Das interessante an Hugin: es ist Open Source Software, basiert auf den Panotools (die aus einem Projekt von Professor Dersch hervorgegangen sind). Lange Zeit war die Benutzeroberfläche von HugIn einfach nur grottig, in der aktuellen Version 0.7.0 haben die Entwickler aber einen Weg zwischen stringenter Benutzerführung und umfangreichen Tuningmöglichkeiten gefunden.
Auch mehrzeilige Panoramen beherrscht HugIn zwar, oft allerdings nur nach intensiver Handarbeit. Wenn die Automatiken versagen kann duch manuelles festlegen der Knotenpunkte die Qualität des Ergebnisses deutlich verbessert werden.
Die Flexibilität von HugIn macht das Programm für dieses Panorama allerdings zur zweiten Wahl. Da die Software immer von Freihandpanoramen ausgeht, wird bei der Verwendung von Panoramaköpfen mit Nodapunktkorrektur wertvolle Rechenzeit verschenkt. Speicherhunger und die Stabilität der Software machen das stitchen von mehrzeiligen Panoramen mit mehr als 3 * 3 Bildern schwierig.

GigaPan Stitcher ist die Stitching-Software des GigaPan-Projekts und optimal auf den GigaPan Imager abgestimmt. Die Einstellmöglichkeiten sind sehr begrenzt und schnell wird klar: diese Software ist ausschliesslich auf mehrzeilige Panoramen vom Stativ mit GigaPan Imager spezialisiert. Präzise ausgerichtete und gleichmäßig überlappende Aufnahmen sind Voraussetzung.
Unter einem Gigabyte Hauptspeicher verweigert die Software ihren Dienst, verhält sich aber während der Laufzeit moderat in Sachen Speicheranforderung. Ausreichend freier Festplattenplatz ist Grundvoraussetzung, eine schnelle Festplatte (oder RAID 0) beschleunigt den Prozess zusätzlich. Optimale Ergebnisse erhält wer mit Telebrennweiten arbeitet. Die Anzahl der Einzelfotos durch die Verwendung von Weitwinkelbrennweiten zu reduzieren ist nur begrenzt empfehlenswert.

Der Workflow mit dem GigaPan Stitcher und der Zeitbedarf für dieses Projekt werden im nächsten Artikel dieser Serie intensiv betrachtet.

Inhalte der Serie "GigaPan Imager"

  1. Kameraschubser (GigaPan) im Test …
  2. Ein Panorama aus 108 Bildern stitchen
  3. Gigapan: auf dem Weg zum ersten Gigapixel
Smylo (1 comments)Montag, 15. Dezember 2008 - 12:30:10

Darf man fragen, wieviel Rechenzeit es nun am Ende gekostet hat?

Uwe (1 comments)Montag, 15. Dezember 2008 - 13:35:19

Die ‘Low-Res’-Variante mit ca. 180 Megapixel brauchte etwas über zwei Stunden eine Stunde, die ‘High-Res’-Version mit ca. 750 Megapixel war nach knapp sechs Stunden durch. Auf einem Single-Core-PC mit ca. 1,8 GHz und 2 GB – also hoffnungslos veralteter Technik :-)
—– 2008-12-16 Korrektur —–

Gigapan: auf dem Weg zum ersten Gigapixel » blog.intermayer.com (1 comments)Sonntag, 29. Januar 2012 - 14:31:07

[...] Wie schon erwähnt ist das stitchen mit dem zugehörigen Programm ein Kinderspiel, wenn auch zeitintensiv. Das [...]

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