Blogparade: Fotos organisieren
Auf photoappar.at hat Ralf-Jürgen eine Blogparade zum Thema ‘Fotos organisieren‘ gestartet.
Ein wichtiges Thema, gerade dann wenn Dein Fotoarchiv drei Jahrzehnte umfasst, auf Film wie auch digital und bereits mehrfach Plattformwechsel hinter sich hat. Und wahrscheinlich weitere Plattformwechsel vor sich.
Für mich war irgendwann klar: alles ist im Fluss, die Daten müssen verfügbar bleiben, auch über Jahrzehnte hinweg, mit vertretbarem Aufwand und interoperabel - über Plattformgrenzen hinweg. Und so kam ich zum KISS-Prinzip.
- Auf wie vielen Datenträgern speicherst Du Deine Fotos?
Alle Fotos und sonstige Langzeitarchive lagern auf USB-Festplatten. Zu jeder USB-Platte kommt eine normale, nackte Festplatte gleicher Kapazität als Backupmedium (über schnell steckbaren, externen USB-Adapter). Das Fotoarchiv lagert derzeit auf 750 GB-Platten.
Für Arbeitskopien aktueller Projekte und als Transportmedium kommen kleinere USB-Platten zum Einsatz. CDs, DVDs, SQ270, ZIP-Drives habe ich über Board geworfen. Zu klein und schlecht zu migrieren. - Wie regelmässig machst Du Backups?
Minimum einmal die Woche, je nach Bedarf öfter. Alle Daten liegen Minimum zweifach vor, Lagerung in unterschiedlichen Räumen. Eines der beiden Medien ist vorwiegend offline. - In welchem Format speicherst Du Deine Fotos?
Wenn möglich als RAW, Scans als TIFF, Derivate je nach Zweck als JPG oder PNG, Arbeitsdateien als XCF. - Welche Ordnerstrukturen oder Dateinamen verwendest Du?
Gleiche Naming Convention für Film wie auch für digital, elektronische Daten wie auch Negative, Dias, Prints.
YYYY-FFFK-RRRR-eZZ_Klartext für Dateien, YYYY-FFFK_Klartext für Ordner, wobei die einzelnen Segmente stehen für:
- YYYY: Jahr
- FFF: Film, Projekt oder Zeitabschnitt, als laufende Nummer
- K: Art des Quellmediums (Digital, Dia, Negativ, Scala, Print)
- RRRR: laufende Nummer des Bilds (nicht bei Ordnern)
- eZZ: Stand der Überarbeitung (nur bei Dateien)
- Klartext ist bei Dateien optional, bei Ordnern Pflicht
Groß- und Kleinschreibung sind erlaubt, keine Sonderzeichen, Namen nicht länger als 64 Zeichen, flache Ordnerstrukturen, Gesamt-Pfad max. 240 Zeichen - Wie indizierst Du Deine Fotos?
Von jedem Bild gibt es ein Katalog-JPG-Thumbnail, dieses wird per IPTC-Tags verschlagwortet und mit sonstigen Metadaten versehen. Wichtig: alle Metadaten gehören nach meinem Vertsändnis in die Bilddatei selbst hinein, nicht in eine zusätzliche Datenbank. Das erleichtert die Datenmigration ungemein.
Ich suche noch nach einer (preisgünstigen) Software mit denen ich dann die IPTC-Tags des Thumbnails auf Derivate und Quelldateien übertragen kann. - Welche Software setzt Du ein?
Möglichst immer Bordmittel oder Shareware bzw. Open Source. Verfügbarkeit auf mehreren Plattformen ist mir wichtig (Windows, Linux, ggf. Apple). Als Editor GIMP, als elektronischer Leuchttisch, Verschlagworter derzeit Irfanview.
Ärgerlich an GIMP (leider auch bei anderer Software): IPTC-Tags und JPG-Metadaten gehen leider oft verloren. Auch deswegen der Umweg mit den Katalog-Thumbnails.
Über Lightroom habe ich nachgedacht und es mir angeschaut. Das die Software das gesamte Datenarchiv verwaltet macht das System unglaublich leistungsfähig, von einer proprietären Datenbank bin ich allerdings nicht begeistert.
So, jetzt bin ich mal gespannt wie die anderen Teilnehmer an Ralf-Jürgen’s Blogparade mit dem Thema umgehen. Schliesslich ist das bessere der Feind des Guten.
Tags: Archivierung, Blogparade, Datenmanagement, Datenmigration, Workflow
12. August 2008 um 13:31:45
Ich benutze gerne XnView (www.xnview.org).
-freeware
-viele Formate
-ähnlich schnell wie (evtl. etwas langsamer als) irfanview
-plattformübergreifend
-schönere, ergonomischere Oberfläche und Handling (mein Geschmack: Irfan ist da zu eigenwillig und unkomfortabel)
-viele schlichte aber schnelle Tools wie Rezising, Verlustfreies drehen, Stapelverarbeitungen, Formatkonvertierungen, IPTC/EXIF Metadateneditor, Kontaktblätter, Webgalerie…
-pluginfähig (Photoshop/ .8bf)
-Kategoriesierung, Auswahlen
-sehr gut konfigurierbar (ich mache davon ausgiebig gebrauch und brauche daher nach einer Neu-Installation ca. 30 Minuten bis ich mein spezielles Layout und Verhalten der Anwendung angepasst habe, kann aber jeder selbst entscheiden)
Der Metadateneditor (IPTC) unterstützt anscheinend (noch) kein direktes kopieren von Datei zu Datei. Man kann aber Vorlagen speichern und in anderen Dateien wieder laden…
Nicht alles ist oberperfekt, aber man kann den Entwickler über das Forum auf der Homepage sehr gut kontaktieren. Ich denke ein sinnvoller Vorschlag für das Metadatenhandling, der auch von anderen begrüßt wird, hätte Chancen auf Verwirklichung. Versuch wärs wert.
meine Vorstellung wäre:
für jedes IPTC oder EXIF Feld ein Häckchen setzen zu können das kopiert werden soll, das ganze mit Stapelverabeitung gekoppelt.
Gruß
C.
12. August 2008 um 17:29:27
Hört sich sehr gut an. Gehört hatte ich davon schon, man hatte mich allerdings auf mangelnde Cross-Plattform-Eignung hingewiesen.
Ich schau es mir auf jeden Fall die Tage an. Die Lernkurve bei Irfanview habe ich zwar hinter mir, aber das Bessere ist ja bekanntlich der Feind des Guten.
Danke für den Tipp!
14. August 2008 um 18:48:56
Mit Cristof’s Link kam ich nicht weiter, aber die folgenden zwei funktionieren bei mir problemlos:
http://www.xnview.de/
http://www.xnview.com/xnview/de_home.html