Was ich satt habe? Also gut …
Rajue hat in seinem Kommentar zu meinem letzten Artikel kommentiert ich möchte doch bitte nicht nur ‘den Horst raushängen lassen’, sondern mal erklären was ich selbst darüber denke. Recht hat er!
Wie komme ich also zu meiner kontroversen Einstellung? Es ist nicht unbedingt eine generelle Kritik am Medium oder den Beteiligten. Es ist vielmehr der sinkende Wert für mich als Individuum.
Ich habe nicht erst in den letzten Jahren mit der Fotografie angefangen, deswegen bin ich für Grundlagen der Fototechnik die falsche Zielgruppe. Ich suche Techniken die ich in meinen Werkzeugkasten packe, mit denen ich herumspiele und die ich bei passender Gelegenheit nutzen kann. DIY-Zeugs liebe ich!
Mit einer Technik die gleichen Bilder zu machen die andere schon vor mir gemacht haben ist dagegen nicht mein Ding.
Als Blogger sehe ich das die Technikspielereien auf intermayer.com signifikante Zugriffspitzen erzeugen. Schön. Die Themen welche mir am Herzen liegen werden wenig zugegriffen. Künstlerpech.
So baut sich Medienverständnis auf und ich erkenne was beim Durchschnittsleser gut ankommt. Mit einem Blog Einkünfte zu erwirtschaften ist legitim. Schade nur das meine Intention nicht Traffic ist, sondern mein Weg zu besseren Fotos.
Als Leser und Fotograf spült mein Feedreader mir überwiegend Zeugs rein, das für mich nicht passt. Technikzeugs, Film vs. Digital, wieviel Bildbearbeitung darf noch, die zehn besten Tipps für umwerfende xy-Fotos. Oder gewissenhaft verfasste Artikel in denen ich lerne das ein Stativ meist drei Beine hat, welche Köpfe es gibt und haste-nich-gesehen. Bildkritiken mit den ‘nice picture’-Kommentaren. Fotowettbewerbe mit den x besten Bildern, aber ohne Gedanken der Juroren, was sie an dem Bild angesprochen hat (oder was nicht).
Klar, auch ich berichte über Technikzeugs das auf meinem Weg liegt. Wenn allerdings Leute vor denen ich meinen Hut ziehe, anfangen über Zeugs zu podcasten, über das sie zugegebenermaßen eher angelesenes Wissen haben, dann kommt mir das nur mäßig seriös vor. Nicht authentisch.
Ich schau’s mir an und weiß: das bringt mich nicht weiter.
Auf dem Weg zu besseren Fotos strauchle ich mit Teilen dieser Szene. Ich glaube nicht an Technik. Sometimes its taking pictures, sometimes its about making pictures. Um Technik geht’s mir immer weniger. Dem Nagel in der Wand sehe ich nicht an das er durch meinen Lieblingshammer da rein kam.
Was ich mir vorstellen könnte?
- Die Fotokritikkette. Fotograf A schickt Fotograf B ein beliebiges Bild zur Bildkritik. Fotograf B schickt Fotograf C ein Bild …
Der Fotograf und der Kritiker lernen dabei etwas. Mit eigener URL, Möglichkeit zur Kommentierung durch Leser, etc. Infrastruktur für ein solches Projekt würde ich verschenken. - Die Fotogeschichte. Mehrere Fotografen erzählen gemeinsam eine vorhandene Geschichte (Märchen, Liedtext) mit Bildern. Jeder steuert die Illustration eines Abschnitts bei.
- …
—– 2008-07-27T1414 —–
Typos korrigiert.
27. Juli 2008 um 13:41:39
Ich finde beide Ansätze gut und stelle mich gerne der Kritik!
rajue (mit ue hinten, kommt von Ralf-Juergen)
PS: ist es nicht interessant, dass “den Hort machen” direkt jeder Blogger in der Fotoszene versteht…?
27. Juli 2008 um 14:20:21
Mal schauen ob sich sonst noch jemand für eine der Ideen erwärmen kann und bereit ist mitzumachen.
Schon über Horst musste ich schmunzeln. Ja, ‘den Hort machen’ passt auch von Zeit zu Zeit (wenn man sich wie im Kindergarten vorkommt).
27. Juli 2008 um 14:32:49
Von der Idee mit der Beteiligung am Internet einem emanzipatorischen Vorgang beiwohnend zu einem Teil von etwas sich selbst tragendem zu werden, kann sich wohl jeder nach ein paar Jahren des Mitwirkens verabschieden. So etwas mag eine schmerzliche Einsicht sein und der Idealismus der ersten Stunde ist weg. Aber was soll’s? Jetzt fängt das Internet an wirklich interessant zu werden - weil die Kulisse weg ist.
27. Juli 2008 um 21:16:49
Uwe, ach, dir gehts wie mir. Deine beiden Vorschläge finde ich interessant, Nr. 1 würde ich sofort mitmachen, bei Nr. 2 denke ich, es muss gut organisiert werden, um die Fortsetzungen in annehmbaren Zeitabständen hinzukriegen. (Ich für mein Teil hab nicht sehr viel Zeit insgesamt und müsste die Zeit für Bildgeschichten-Fotos, die ich mir — vielleicht ungerechtfertigterweise? — recht aufwendig vorstelle, gut planen.)
Adrian, deinen Kommentar habe ich nicht ganz verstanden. Willst du sagen, die Ideen lassen sich nicht umsetzen mangels Engagement der Allgemeinheit?
Ich habe den Eindruck, es gibt mehrere in der Fotografie-Blog-Szene, die von der Technikverliebtheit weg und zur Fototiefen auslotenden Bloggerei hin wollen. Fände es aber wünschenswert, persönlich, mindestens telefonisch, sich darüber auszutauschen, so was will gut überlegt sein, wenn es funktionieren und nicht gleich wieder einschlafen soll. Wir müssten also Interessenten finden sowie Ort und Termin für ein erstes Treffen. Oder wie seht ihr das? Alles übers Netz?
28. Juli 2008 um 09:52:28
Uwe, ich meinte natürlich den “Horst” machen
Sollen wir uns mal gegenseitig ein Foto schicken und es dann auf dem Blog vorstellen und unter nicht-technischen Kriterien betrachten?
28. Juli 2008 um 18:23:20
Hallo Uwe,
nein, Dir geht es nicht alleine so. Ich bin auch schon viel im Internet durch diverse Foren gekommen. Überall leider immer wieder die selbe Erfahrung. Der Technik (Kamera, Objektive, …) wird maßlos viel Bedeutung beigemessen. Es werden Backsteinmauern fotografiert, usw. ABER es wird selten bis nie fotografiert und sich über die Bilder ausgetauscht.
Die Frage “mit welcher Kamera hast Du das tolle Bild gemacht” kann ich schon nicht mehr hören. Aber leider ist der Kreis derer die so denken sehr klein. Dank Deines Posts hast Du das Thema wieder auf den Tisch gebracht.
Ich finde Deine beiden Vorschläge sehr gut. Wobei ich der Meinung bin, dass diese über das Netz nur schwierig zu realisieren ist. Wie Claudia in Ihrem Kommentar geschrieben hat, schläft so etwas meistens wieder ein. Ich habe auch schon viel darüber nachgedacht, wie man das Problem lösen kann. Das beste sind wohl “echte” Treffen mit persönlichem Kontakt. Nur ist das bei den Entfernungen nicht so leicht zu lösen.
Ich bin auf keinen Fall gegen die Lösung übers Netz, dann müssten wir nur alle sehr dizipliniert sein.
29. Juli 2008 um 08:54:40
@ Alle: es geht also nicht nur mir so und wir haben trotzdem die Hoffnung das wir was dran ändern können. Wenn wir wollen. Im Laufe des Tages kommt noch ein Blogpost zu einer Ideensammlung, wie es sich organisieren lässt. Realisiert über ein Google Notizbuch.
http://www.google.com/notebook/public/07172862927206334196/BDSIKQgoQoIaW7LYj?hl=de
Wer keinen Google Account hat oder möchte, der kann seine Ideen auch hier als Kommentar anhängen oder per Email zuschicken. Ich werde es dann umtopfen.
31. Juli 2008 um 22:43:13
finde ich sehr gut die idee
zu deinem notizbuch:
“- man nicht weiss von wem das Foto ist. ”
war erstmal schockiert darüber aber dann auf den zweiten blick villeicht doch auch die innovation
denn der ganze mist das bilder auch nur am namen des fotografen gemessen werden anstatt am bild selber daher das sich jeder sozusagen selber labelled… auf jedenfall ne disskusion wert oder was meint ihr?
mfg jim
03. August 2008 um 11:04:36
[...] sehr nettes Projekt (Bildkritik) hat übrigens Uwe losgetreten, ausgelöst durch einen Kommentar von mir hat er sich Gedanken darüber gemacht, wie man mehr Gefühl und weniger Technik in [...]
03. August 2008 um 11:42:10
Die Idee ist super!
Ich würde mich auf jeden Fall gerne beteiligen!