Strobist im Feldeinsatz: mehr Saft für den Blitz

Kompakte Blitzgeräte (neudeutsch: Speedlight) sind eine tolle Sache. Handlich, flexibel und leistungsfähig. Wer oft und viel mit den Geräten arbeitet, gewöhnt sich schnell an ausreichend Ersatzbatterien dabei zu haben.

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So kommt dann für jeden von uns der Moment: mitten im Trubel hantiert man mit zwei Sätzen Mignon-Akkus rum, gewöhnlich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Viele, denen das regelmäßig widerfährt schwören sich: “Es reicht, ich kauf mir einen externen Energiepack”. Oder aber sie greifen zum Lötkolben.

 

Kommerziell: die Trafostation in der Westentasche. Anbieter wie Quantum bieten mit Produkten wie dem Quantum Turbo  nicht nur eine externe Batterie an, teilweise wird dem Blitz direkt Mittel- oder Hochspannung gereicht. Der Nutzen: gleichbleibende Blitzfolgezeiten, teilweise sogar deutlich verkürzt. Viele dieser Geräte nutzen entsprechende Energieports am Blitzgerät.
Die Kehrseite: Kosten von mehreren Hundert EUR / USD, ein elektrisch komplexer Aufbau und teilweise soviel Vollblitze in kürzester Folge, das Blitzreflektor, Reflektorscheibe und / oder Blitzgehäuse Gefahr laufen zu schmelzen.

 

Kommerziell: der Akkuklotz am Gürtel. Die Idee ist einfach: ein ausreichend großer Akku mit einem Adapterkabel das in das Batteriefach des Blitzes reinpasst. Eine Spannung von 6,0V (im Vergleich zu 4,8V bei einem Pack aus vier NiMH-Zellen) und eine höhere Ladung bieten dem Blitz deutlich länger Energie als die kleinen AA-Zellen. Eines der bekannteren Beispiele ist The Black Box  von Al Jacobs.

Die Blitzfolgezeit wird zwar meist nicht kürzer, aber auch bei Vollblitzen sinkt sie lange Zeit kaum unter 4 bis 5 Sekunden. Den Akku zu wechseln ist für die meisten Freunde dieser Lösung praktisch nicht notwendig.

 

DIY: ich bau es selbst. Jedem der sich an den Selbstbau macht sei zuerst die Webseite von Al Jacobs  empfohlen. Als früherer Hochzeitsfotograf hat er jede Menge Erfahrung mit dem Zeugs, baut es selbst und verkauft seine Einheiten, teilt aber sein Wissen trotzdem bereitwillig mit jedem der lesen kann.

 

Wichtiger Hinweis: hier wird zwar mit geringen Spannungen, teilweise aber ordentlichen Strömen gearbeitet. Bei unsachgemässer Handhabung droht Gefahr! Ich berichte hier über das, was ich selbst gebaut habe, ohne Gewähr und ohne die Aufforderung es mir gleich zu tun.

 

Das notwendige (Verbrauchs-)Material:

  • Blei-Gel-Akku (hier 6,0V bei 6,5Ah)
  • Ladeadapterkabel für Bleiakkus mit 4,8 / 6mm Lötfahne
  • DIN-Stecker und Kupplung 3-polig, mit Renkverschluss
  • Schrumpfschlauch
  • zum Blitz passendes Quantum-Kabel (kein Turbo-Kabel)

Der Griff in die Werkzeugkiste:

  • Seitenschneider und Abisolierwerkzeug
  • Lötkolben und Lötzinn
  • Heißklebepistole
  • Gaffer Tape

Wir machen den Jean Pütz:

  1. Ladeadapterkabel in der Mitte durchschneiden
  2. Kabelenden abisolieren
  3. Schrumpfschlauch abmessen, abschneiden und drüberschieben
  4. Adapterkabel an DIN-Kupplung anlöten, verschrauben, schrumpfen
  5. Adapterkabel fest auf die Lötfahnen des Akkus schieben
  6. offene Stellen mit wenig Heißkleber versiegeln
  7. Kabel und Adapter mit Gaffer Tape am Akku befestigen
  8. vom Quantum-Kabel den Originalstecker ablöten und
  9. den DIN-Stecker anlöten, dabei auf Polarität achten

In meinem Fall wird der Akku über das fest montierte Kabel und eine Ladegerät mit DIN-Stecker (selbstkonfektioniert) geladen. Die Stecker sollten verschraubbar sein oder einen Bajonetverschluss (auch Renkverschluss) haben. Schon der Stabilität wegen.

Getragen wird der Akku bei mir in einer Tasche des Harness oder dem Rucksack oder der Fototasche. Auch bei Vollblitzen liegt bei mir die Blitzfolgezeit selten über fünf Sekunden, oft bei vier. Bei vernünftiger Kabelführung stört das Quantum-Kabel nicht, vom 60 CT4 bin ich da Schlimmes gewohnt (zwei elend lange Kabel die ewig im Weg sind).
Ein kleiner Erfahrungsbericht über die Benutzung folgt dann nach dem Belastungstest in Seeboden.

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