Fotograf? Was bin ich eigentlich?

“Sind Sie Fotograf?” Da steht sie nun vor mir, die ältere Dame, und schaut fragend zu mir auf. Von meinem Nacken baumeln drei Pfund Kamera und in der Tasche schleppe ich noch mehr Fotogeraffel mit mir rum.

Was antworte ich der Frau jetzt? Klar, ich bin Kamerabenutzer, aber da der Begriff Fotograf immer noch eine Handwerkliche Berufsbezeichnung ist und ich nicht in einer Handwerksrolle eingetragen bin (kostenpflichtig) , kann ich wohl nicht “ja” sagen.

2007-089-0014-edit01-webgal.jpgProfessioneller Fotograf  oder Berufsfotograf bin ich nun mal nicht, meinen Lebensunterhalt muss ich mit meinen Fotos (gottlob) nicht verdienen.
Natürlich habe ich auch nie einen der einschlägigen Berufe dieses Gewerbes erlernt.

Ist die Fotografie für mich eine Liebhaberei, ein Hobby? Ja, eigentlich schon - nur habe ich die mitleidigen Blicke beim Outing als Amateurfotograf (lt. Wikipedia) oder Foto-Amateur auch schon irgendwie  satt.

Aus dem Englischen stammt da noch der Begriff des Photo Enthusiast. Die ältere Dame wird’s nicht verstehen und ich denke bei dem Begriff eher an ein kleines, strubbeliges Männchen mit glasigen Augen und einer an der rechten Hand festgewachsenen Kamera, das sein Gesicht von innen an die Tür eines davonbrausenden Krankenwagens presst. 

“Berufsfotograf bin ich nicht, ich mach das als Hobby” antworte ich ihr.
Und Du? Was antwortest Du?

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9 Antworten zu “Fotograf? Was bin ich eigentlich?”

  1. Lars sagt:

    Hmm, schwierige Frage! Ich habe schon mal geantwortet:

    “Nein, Fotograf nicht. Es ist mein Hobby und ich mache es weil es mir Spaß macht!”

    Gruß
    Lars

  2. Stefan Bucher sagt:

    Ich kann auch noch anfügen: «Ich mache eine Foto-Schule», was noch bis Ende Jahr stimmen wird …

  3. Olli sagt:

    Ambitionierter Hobbyfotograf. :)

  4. Steffen sagt:

    Eine ältere Dame, die einen fragt ob man Fotograf ist? Das hört sich nach einem Einstieg in einen längeren Vortrag seitens der Dame an. Sie erwartet ja förmlich ein “Ja” in dieser Situation. Ihr ist es dann wahrscheinlich auch egal, ob man sein Geld mit Fotos verdient oder nicht. Da reizt es einen doch, ihr ein “Nein” entgegen zu schmettern. Schon allein zu sehen, wie sie reagiert :-)

  5. Tilla Pe sagt:

    Natürlich darfst Du mit “Fotograf” antworten!
    Diese Bezeichnung ist nicht (mehr) geschützt! (ich glaube, seit 2004)
    Wenn keine kommerzielle Tätigkeit bei Dir vorliegt, musst Du auch keine Angst vor einer Zwangsmitgliedschaft haben!

  6. Markus sagt:

    Ich benötige die Fotografie beruflich und ich verdiene auch privat Geld mit der Fotografie (wobei ich ohnehin praktisch keine Trennung zwischen privat und beruflich bei mir sehe …), dashalb bin ich aber noch lange kein “Berufsfotograf”, da es nur einen Teil meiner Tätigkeiten ist.

    Und ganz ehrlich: Solange die Kohle stimmt, sollte es einem auch vollkommen egal sein, ob man Amateur, Semiprofi, Profi, Berufsfotograf, ambitionierter Amateur oder sonstwas in den Augen anderer ist …

    Markus

  7. Saxi sagt:

    genau die szene ist es, ja. ich antworte in der regel mit: “nein, ich knipse nur”, alles andere wäre ein wenig hochgegriffen und irgendwie nicht fair (also zumindest, was mich betrifft). klasse blog hier, im übrigen ;o)

  8. profi fotograf "nein" / fotograf "ja" sagt:

    Hallo Leute,
    ich habe vor November ein Fotostudio aufzumachen. Soll kein Profistudio sein, aber mit einigermaßen professionelle Equipments. Ich mache auf Hochzeiten, Geburtstagsfeier, Pubertäte Ceremony und andere Veranstaltungen Foto, bearbeite die und mache daraus am Ende ein Fotobuch. Kein billiges wie ausm Internet, sondern das Buch besteht ca. aus 50 Seiten komplette A3 große Fotos. Meißtens werden die Personen Freigestellt, retuschiert und kommen vor ein anderes Hintergrund. Ich komme aus Sri Lanka, da mögen die Leute halt eher “kitschig” bearbeitete Bilder. Das Buch wird am ende von einem Buchbinder gebunden.
    Ich habe vor neben diese Sachen auch Passfotos, Bewerbungsfotos zu machen.

    Ich bin kein gelerter Fotograf, habe Geoinformatik studiert und bin nun fertig. Möchte aber in dem Bereich nicht arbeiten. Ich weiss, ist nicht gerade schlau, aber das langweilt mich. Hab das durchgezogen, weil meine Eltern das wollten.
    Seit einem Jahr machen ich das mit diesen Aufträgen. Eigentlich leuft das von zu Hause aus auch ganz gut, aber möchte ein richtiges Studio mit bessere Equipments zulegen.

    Nun meine frage an euch: DARF ICH DAS DENN ÜBERHAUPT MACHEN. Ich weiss, dass man dafür seit 2004 keinen Meister haben muss, aber muss ich denn wenigstens eine Ausbildung vorher gemacht haben oder wie sieht das aus???

    Ich danke euch im vorraus.

    mfg
    senthu

  9. profi fotograf "nein" / fotograf "ja" sagt:

    achja das mit Eltern, das werden viele nicht versteht, aber darum geht das ja hier nicht ne ;-)

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