Bodypaintings outdoors (3): wo viel Licht ist, …
[Mein persönlicher Erfahrungsbericht über das Fotografieren beim World Bodypainting Festival 2007 in Seeboden, Österreich.]
… da ist auch viel Schatten. Beim World Bodypainting Festival 2007 in Seeboden traf das gleich in vielerlei Hinsicht zu:
- Hartes Sonnenlicht mit harten Schatten
- harte Schlagschatten hinter den Modells auf der Bühne
- Schatten von Bäumen und Blattwerk auf den Bodypaintings wechseln sich mit hartem Sonnenlicht ab
Klar, angesichts solch widriger Umstände grinst jeder Strobist. Nichts, was man mit zwei bis sechs Blitzen und ein bißchen Zubehör nicht in den Griff bekommen könnte. Auch ohne Blitze könnte ein Faltreflektor hier wahre Wunder bewirken. Könnte …
Wenn da nicht ca. 120 andere Fotografen rumwuseln würden, man jedes Modell mit (wenn’s gut läuft) 10 anderen Fotografen teilen müßte und der eigene Platz durch die Ellbogen der Nachbarn begrenzt wäre. Ganz nebenbei: die Dauer des einzelnen Shootings bemißt sich in wenigen Minuten und der Assistent ist auch gerade nicht greifbar.
Hier geht es ja um das Lernen aus Fehlern. Also wie werde ich zukünftig mit diesen Herausforderungen umgehen?
Hartes Sonnenlicht = harte Schatten. Im direkten Sonnenlicht sind Dynamik und Kontrastumfang einfach riesig und nicht mehr vollständig abbildbar.
HDRs von Menschen erfordern schon recht wenig rumzappeln, deswegen bleiben nur aufhellen mit Blitz (die Schatten liegen gerne drei bis fünf Blenden unter dem Rest) oder kreariv in die Komposition einbauen. Oder Verzicht auf’s Bild.
Auch feine Strukturen in den Paintings gehen schnell durch Fehlmessungen verloren, deswegen die Messmethode (Spot- oder Lichtmessung) überdenken. Das übrigens die Farbe wegen der Reflexionen etwas blass wirkt, wäre zwar mit einem Polfilter zu reduzieren, ich aber verzichte auf das zusätzliche hantieren mit Filtern bei dieser Hektik.
Schatten von Bäumen und Blattwerk. Entweder mit dem Blitz das vorhandene Licht um mindestens eine Blende übertönen (besser 1, 5 oder 2) oder kreativ in die Komposition einbauen.
In die Komposition einbauen kann heißen: warten bis das Licht auf wichtigen Teilen des Motivs liegt, bspw. dem Gesicht. Das empfinde ich immer noch als angenehmer als das Motiv flachzublitzen.
Schlagschatten hinter dem Modell sind nicht vermeidbar. Entweder kommen sie vom Sonnenlicht, oder aber vom eigenen Blitzgerät.
In der späteren Bildbearbeitung kann man störende Schlagschatten schon mal durch freistellen des Objekts und einfärben des Hintergrundes verschwinden lassen. Zugegeben, ich bin faul, das ist nicht wirklich mein Ding. Deswegen bevorzuge ich auch Pflanzen als Hintergrund.
Fazit: auch hier zahlt es sich aus vor dem auslösen mal nachzudenken und den Motivkontrast mal bewußt wahrzunehmen. Im Sonnenlicht ist Unterstützung durch den Blitz der Regelfall, wenn auch problematisch. Doch dazu in der nächsten Folge mehr.
Im nächsten Artikel der Serie geht es dann um den Einsatz von Blitzgeräten und ihre Tücken. Ab nächster Woche sind dann die kreativen Fehlgriffe dran. Danach wenden wir uns dem Umgang mit Modellen zu.
Die hier gezeigten Bilder sind allesamt Ausschuß, die “richtigen” Bilder finden sich in den Galerien hier und hier.
Inhaltsverzeichnis der Artikelserie Bodypaintings im Freien
- Bodypaintings outdoors (1): Bildfehleranalyse?
- Bodypaintings outdoors (2): Fokus-Legasteniker
- Fokus-Legasteniker - Reloaded
- Bodypaintings outdoors (3): wo viel Licht ist, …
- Bodypaintings outdoors (4): Blitz-gescheit
- Bodypaintings outdoors (5): Gestaltungsfehler
- Bodypaintings outdoors (6): Umgang mit Modellen
- Seeboden 2008: was pack ich ein, …
Tags: Bodypainting, Erfahrungsbericht, Seeboden

09. Juli 2008 um 19:13:39
Bodypaintings outdoors (4): Blitz-gescheit…
[Mein persönlicher Erfahrungsbericht über das Fotografieren beim World Bodypainting Festival 2007 in Seeboden, Österreich.]
Zu wenig Umgebungslicht? Schatten aufhellen? Oder das Tageslicht mit einer künstlichen Lichquelle übertönen? Akzente mit einem S…