Bodypaintings outdoors (2): Fokus-Legasteniker

[Mein persönlicher Erfahrungsbericht über das Fotografieren beim World Bodypainting Festival 2007 in Seeboden, Österreich.]

Du hast gute Augen, eine Kamera mit topmodernem AF und all Deine Bilder sind immer knackscharf? Wirklich gar keine Unschärfen in den Bildern? Kein bißchen?

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Im Sucher sieht alles top aus, auf’m Display auch, aber spätestens auf dem PC-Bildschirm wird klar: das Bild ist unscharf. Schnell gerät dann die Ausrüstung in Verdacht.
Bei mir ist es meist anders: Bedienfehler, “hab ich garnicht gemerkt” und “hab ich nicht dran gedacht” fassen die meisten meiner Fokusunfälle zusammen. Auswirken tut sich’s dann oft wie folgt:

  • Schärfe liegt nicht auf den Augen
  • Schärfe liegt völlig daneben
  • Bewegungsunschärfe sich schnell bewegender Objekte
  • Verwackler, unruhige Hand bei grenzwertiger Verschlußzeit

Im zweiten Beitrag dieser Artikelserie gehts weg von den Symptomen zurück zur Krankheit, was habe ich falsch gemacht? Im Folgenden einige meiner Fehler (die Beispielbilder sind klassischer Ausschuß) und die von mir mittlerweile praktizierten Workarounds. Richtige Bilder gibts in den Galerien hier und hier.

2007-048-0024-e12-webgal.jpg Wohin fokussieren? Ganz einfach immer auf die Augen. Augen! Nicht auf dem Nasenansatz und auch nicht auf Häarchen die vor den Ohren nach unten hängen (auch sehr beliebt). Idealerweise sind die Augen der schärfste Punkt.

Focus and then recompose. Die Suchermitte wird auf den Punkt am Objekt ausgerichtet, wo die maximale Schärfe liegen soll. Die Augen eben.
Dann wird scharfgestellt, die Schärfe gespeichert und “rekomponiert”. Wer’s kann wird mit Bildern belohnt bei denen das Hauptobjekt nicht immer “bullseyed” ist.

2007-057-0016-e11-webgal.jpg Der AF-Sensor. Moderne (D)SLRs verfügen über reichlich AF-Sensoren in verschiedensten Varianten. Der Kamera die Wahl des passenden Sensors zu überlassen kommt für mich nur sehr selten in Frage. Zu oft liegt die Kamera daneben.
Ich wähle (meist) den zentralen Fokuspunkt vor. Der zentrale Sensor ist oft der aufwendigste und leistungsfähigste, auch unter schlechten Bedingungen.

Schärfenachführung, Servo und Co. Ob statischer AF, kontinuierliche Nachführung oder ein Mischmasch aus beidem: nachlesen im Manual und ausprobieren muss sein! Ich arbeite zwar oft mit der Mischung (die Kamera schaltet nach Gutdünken zwischen statischem AF und Nachführung hin und her), aber ich nutze eigentlich eher die …

2007-072-0010-crap-e11-webgal.jpg Schärfespeicherung. Ganz, ganz wichtig. Der Blick ins Manual der eigenen Kamera ist ein Muss. Beim halben Durchdrücken des Auslösers die Schärfe einzufrieren ist zwar nett, doch schon beim nächsten Bild sucht der AF wieder ein neues Ziel.
Ein echter Schärfe-Speicher sucht auf Knopfdruck den Fokus am vor-selektierten Sensor und speichert den Fokus so lange die Taste gedrückt bleibt – auch während der gesamten Bild-Serie. Bei meinen Kameras halte ich dazu die AF-Taste einfach gedrückt.

Hilfe, das Modell bewegt sich. Ja, ein geübtes Modell tut das eben, schließlich kommt der Fotograf so in kürzester Zeit zu unterschiedlichen Posen. Trotzdem: der Fokus soll auf den Augen bleiben! Wenn für “focus and then recompose” keine Zeit mehr bleibt, dann kann aber ein außermittiger AF-Sensor herhalten.

2007-089-0006-e11-webgal.jpg Der bewegte Fotograf, sprich: der gemeine Verwackler. Die unruhige Hand, eine zu lange Belichtungszeit oder aber ein sich (unbewußt) nach vorne beugender Fotograf (besonders im Nahbereich) sind eigentlich immer die Ursache. Als langjähriger Diafotograf nutze ich das nach vorne beugen auch gerne um mit der Festbrennweite einen noch engeren Ausschnitt zu setzen.
Mein Workaround: neu fokussieren, Belichtungszeit häufig überprüfen und lichtstärkere Optiken benutzen. Stative kommen für mich bei diesem Ereignis nur abends an der Bühne zum Einsatz. Da fahre ich dann ein Einbeinstativ aus, das bei Bedarf mit einer Double Clamp am Absperrgitter festgemacht wird. Um mich herum schubsen sich dann die “Kollegen” gegenseitig die Dreibeine um.
Wer Stative sowieso nicht mag, der sollte sich auf jeden Fall Joe McNally’s Blogpost “Da Grip” durchlesen.

Die Fokuspumpe. Besonders bei geringem Kontrast oder in dunkler Umgebung dauert das Fokussieren oft länger. Das endet dann gelegentlich in wild hin- und herfahrenden Objektiven, ohne letztlich erfolgreich zu fokussieren.
Mögliche Abhilfen: mehr Licht (Beleuchtung), mehr Kontrast (bspw. ein Gitter aufs Objekt malen ;-) ), manuelles Fokussierung oder aber eine lichtstärkere Optik einsetzen. Ich entschied mich für die letzte Möglichkeit, lichtstarke Festbrennweiten mit Offenblende 1,7 bzw. 1,4 und kurzem Fokussierweg.

Im nächsten Artikel dieser Serie geht es dann um Licht und Beleuchtung und wie Kompaktblitze mich manchmal zur Weißglut treiben. Die hier gezeigten Bilder sind allesamt Ausschuß, die “richtigen” Bilder finden sich in den Galerien hier und hier.

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Eine Antwort zu “Bodypaintings outdoors (2): Fokus-Legasteniker”

  1. intermayer.com sagt:

    Bodypaintings outdoors (4): Blitz-gescheit…

    [Mein persönlicher Erfahrungsbericht über das Fotografieren beim World Bodypainting Festival 2007 in Seeboden, Österreich.]
    Zu wenig Umgebungslicht? Schatten aufhellen? Oder das Tageslicht mit einer künstlichen Lichquelle übertönen? Akzente mit einem S…

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