Strobist, Teil 2: Adios Blitzbelichtungsmesser?
Ja ich geb’s zu: ich mag den Blitzbelichtungsmesser. Nicht nur das xTTL-Gedöns in der Kamera sondern vor allem den altmodischen Handbelichtungsmesser.
Um so erstaunlicher das zu dem Setup das ich dieses Wochenende benutze weder ein Blitzbelichtungsmesser gehört, noch eine (D)SLR. Werde ich jetzt langsam weich in der Birne und verkomme ganz zum Point-and-Shooter? Sind meinem Belichtungsmesser auf einmal Objektiv, Sensor und Display gewachsen? Oder spukt mir Chase Jarvis im Kopf herum: “Lieber Belichtungsmesser, für mich bist Du tot“. Mmmh …
OK, der Reihe nach. Aktuell stehen bei mir einige Fotoprojekte mit (für mich) aufwendigerer Beleuchtung an - sprich: mit zwei und mehr Blitzen. Das war auch ausschlaggebend für die Bestellung eines Strobist-Kits - nur das läßt leider immer noch auf sich warten (nach mittlerweile drei Monaten).
Trotzdem sollen die Projekte weitergehen, also ist ein bißchen Improvisation gefragt.
Kein Problem, statt an Leuchtenstativen hängen die Blitzgeräte mal an Deckenstützen und ein paar Klemmen, die fehlenden Schirme werden durch gepimpte Lightspheres ersetzt (demnächst mehr) und die Auslösung geht über ein Pärchen Funkauslöser / -empfänger. Die anderen Blitze können optisch ausgelöst werden, die notwendigen Slavesensoren finden sich in meiner Wühlkiste. Da wieder mal Film das Zielmedium ist wird die Leistung der einzelnen Blitze sowie die Gesamtbelichtung mittels Blitzbelichtungsmesser ermittelt. Na, den Fehler im Gedankengang schon gefunden?
Richtig, mit einem solchen Setup wird das messen der einzelnen Lichtquellen zu einem aufwendigen Tanz. Wie auf Fotografr.de kürzlich sehr schön erklärt und visualisiert werden dabei nämlich nacheinander alle Lichtquellen einzeln ausgemessen. Dabei wird dann auch gleich die Leistung der einzelnen Geräte eingestellt.
Bei per Slave ausgelösten Blitzgeräten heißt das aber: alle Blitzgeräte abschalten, den einen messen, Leistung ggf. nachstellen, Wert merken, diesen Blitz dann abschalten (dabei vergessen meine Geräte dann zum Teil ihre Leistungseinstellung), nächsten Blitz vermessen …
Mit Funkauslösern geht das halt deutlich schneller. Schade auch.
Mit einer Digitalkamera geht’s viel bequemer: per direkter Bildkontrolle direkt nach der Aufnahme. Chris vom Happy Shooting Podcast erklärt dann auch wie. Wer “tethered” schießt hat hier schon klare Vorteile. Doch der geübte Praktiker behilft sich auch mal mit der Zoomfunktion und gezieltem Nachsehen an den neuralgischen Punkten. Wichtig ist: Gefühl dafür bekommen wo man kontrollieren sollte.
Nur gut daß in meinem Fall die Point-and-Shoot mit von der Partie war und diese über einen Blitzschuh verfügt. Cactus Funkauslöser auf die Point-and-Shoot und damit alle Blitzgeräte (siehe Bild oben) bequem ausgelöst.
Was habe ich daraus gelernt? Beide Wege führen zur richtigen Blitzbelichtung, das Display der Digitalkamera kann dennoch punkten: es geht schneller, die Lernkurve ist wirklich sehr steil und das Display zeigt neben der Belichtungsmessung auch weitere technische und gestalterische Patzer.
Spricht eigentlich für sich.
Nur: wie bringe ich das meinem Handbelichtungsmesser bei?
Inhaltsverzeichnis der Artikelserie Strobist
Tags: Blitzbelichtungsmesser, Cactus, shooting tethered, Strobist
