Reisen in China …

… ist viel bequemer und einfacher als ich früher mal dachte. Wie es aussieht Flügen, Bahnreisen, Taxifahrten, Hotelunterkünften und Restaurants berichte ich hier aus eigener Erfahrung.
Vorab bemerkt: meine Erfahrungen beim Reisen in China sind die eines Geschäftsreisenden der sich mehr in den Großstädten der Volksrepublik aufhält. Für Backpacker und Erlebnsireisende die sich auch ins Hinterland trauen gibt es einige interessante Quellen im Netz (bspw. blog.lost-in-asia.de, like a local Chinese Food, Wegelagerer).

2008-005D-0087-e01-webgal.jpg Kultur und Vorbereitung: China hat eine unglaublich reiche Kultur die heute stark im Umbruch ist. Ich persönlich fühle mich dort als Gast gut aufgehoben, bin allerdings auch tolerant und versuche mich ein wenig anzupassen.
Wem sich die Möglichkeit zu einem interkulturellen Training bietet sollte sie nutzen, allen anderen empfehle ich zumindest sich mit ein paar Worten und Sätzen zu versehen und sich über die “Dos and Dont’s” zu informieren. Die Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes sind ein guter Startpunkt. Über Land und Leute informieren auch die Reiseführer von Lonely Planet.

Zur Sprache: Hochchinesich (auch: Mandarin) gilt als schwer zu erlernende Sprache. Sich auf Englischkenntnisse des chinesichen Gegenübers zu verlassen ist nicht ratsam, ein native speaker als Begleiter ist von hohem Wert. Trotzdem empfehle ich einen guten / kleinen Sprachführer mit Audiospur (auf CD oder MP3), der auch über Sitten und Gebräuche sowie Körpersprache informiert. Meine Empfehlung hierzu die Kauderwelsch-Sprachführer.
Beliebt ist es bei Deutschen auch die ”unter uns”-Gespräche zwischendurch in deutscher Sprache zu führen. Dabei sollte man sich allerdings alles verkneifen was der Gegenüber nicht mitbekommen soll - die Goethe-Institute leisten auch in China ganze Arbeit. 

Die Reisebuchung überlasse ich am liebsten Profis. Ein Ansprechpartner im Land ist trotzdem ratsam und bei den kleinen Problemchen schneller durchzukommen.

Die An- und Weiterreise mit dem Flugzeug gilt zu Recht als unproblematisch. Chinesische Flughäfen sind groß, für riesige Mengen an Reisenden vorbereitet und gut strukturiert. Vorsicht beim Weiterflug: ein “durch-checken” bis zum endgültigen Zielort ist oft nicht möglich (von und nach China). Dann muss das Gepäck abgeholt und neu eingecheckt werden.

In Sachen Bahnreisen ist man oft überrascht: Chaos auf dem Bahnsteig und Dampflokomotiven wie oft in Berichten zu sehen sucht man meist vergebens. Auch die Bahnhöfe sind riesig, die Ströme der Reisenden werden extrem professionell gesteuert. Man wartet in großen Warteräumen – so halten sich auf den Bahnsteigen wirklich nur die gerade Aus- und Einsteigenden. Sehr übersichtlich.

Die erste Fahrt im Taxi ist immer ein Erlebnis. Der Fahrer versteht kein Wort Englisch (kann’s oft auch nicht lesen), der Fahrgast kann sich in der Landessprache nicht verständigen. Wie funktioniert das also?
Die folgenden drei Regeln helfen weiter:

  1. ein vorbereiteter Zettel mit der Zieladresse in chinesisch, eine Visitenkarte oder die Stadtkarte aus dem Hotel tun es notfalls auch,
  2. das Handy mit dem man jemanden anrufen kann der dem Taxifahrer den Zielort dann telefonisch in chinesisch erklärt und
  3. an Hotels, Flughäfen und Bahnhöfen gibt es Supervisors die übersetzen können.

Lokale Währung (keine Kreditkarten!) gehören natürlich auch dazu. Derart ausgerüstet wird jede Taxifahrt zum Spass.

Beim Aufenthalt im Hotel sollte man ein bißchen Geduld und Abenteuerlust mitbringen. Unterkünfte nach westlichem Vorbild gelten in Großstädten als Standard. Beim Check-In und Check-Out braucht man manchmal Geduld, Verständigungsprobleme und zeichenweises Abtippen von Rechnungsadressen bremsen den Vorgang.
Beim Frühstück und Mittag- wie Abendessen bieten Hotels eine unterschiedlich breite Palette. In den Metropolen findet man neben asiatischer Küche auch westlichen Standard. In manchen Hotels erspart man sich die Erklärung wie “two fried eggs, sunny side up, white still running” besser und greift zum Frühstück auch schon mal zum chinesischen Buffet.

Über das chinesische Essen ranken sich zahlreiche Gerüchte. Ich hatte niemals Probleme damit, man kann alles probieren und was einem nicht schmeckt lässt man künftig einfach sein. Frühzeitige Information über chinesische Tischmanieren (nicht die Nase schneuzen, Toast ausbringen, Zuprosten, Einschenken, etc.) ist empfehlenswert.

Mit ein wenig Vorbereitung kann der Aufenthalt im Reich der Mitte sowohl geschäftlich erfolgreich als auch stressarm verlaufen. Dabei viel Spass. Und auf keinen Fall eine Kamera vergessen.

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