Der Walhai, Teil 1: Analyse und Histogramm

Ein Walhai. Jetzt muss es schnell gehen. Kamera, Flossen und Maske geschnappt und ab ins Wasser.
Jeder Unterwasserfotograf kennt diese Situation und seufzt bei der Erinnerung an das Erlebnis und die Ernüchterung beim Betrachten der “Beweisfotos”.

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Was kann die nachträgliche Bildbearbeitung hier retten? Ein mehrteiliges Projekt zeigt die einzelnen Schritte.

So geschehen beim 2007. Der Blick auf die Fotos zeigt: Mittaucher Christoph und mir sind nur “Beweisfotos” gelungen, man erkennt zwar etwas, gewinnt aber bestimmt keinen Blumentopf damit. Und so schlage ich (Analogfotograf) Christoph (Digitalfotograf) vor mal zu schauen was alles “drin” ist mit EBV.
Für einen Neuling in Sachen elektronischer Bildverarbeitung (EBV) wie mich das ideale Projekt zum Lernen.

Ein Wort vorweg: Bildergebnisse wie die im Originalfoto sind in dieser Situation völlig normal und zum größten Teil durch die Unterwasserwelt selbst bedingt. Das sind keine Fehler des Fotografen.

Die Werkzeuge

Zur Bildbearbeitung wird GIMP verwendet (2.4RC1). Wo immer möglich werden Bearbeitungsschritte auf Ebenen gemacht. Dadurch entstehen dann sogenannte Patches die sich beliebig ein- und ausschalten lassen und deren Transparenz auch nachträglich verändert werden kann. So sind dann auch nachträglich eine Menge Variationen möglich, ohne jedesmal von vorne beginnen zu müssen.

Zuschneiden, Auflösung verkleinern und andere einfache Operationen erfolgen in Irfanview 4.00. 

Der Blick auf’s Histogramm

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001-histogramm-roh.jpgDer Blick auf’s unbearbeitete Bild und das Histogramm zeigt schon die ersten Herausforderungen. Das Bild wirkt flau, der Dynamikumfang ist dünn und das Histogramm zeigt die üblichen Farbverschiebungen: also ein ganz normales UW-Foto bei available Light.
Zur weiteren Beurteilung wird das Histogramm automatisch korrigiert und die später zu korrigierenden Merkmale markiert.

Die Bildanalyse und der Bearbeitungsplan

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  1. Bild beschneiden (sog. crop, hier schon im Ergebnis zu sehen)
  2. Tropfen auf der Innenseite des Domeports entfernen
  3. Schnorchler vom oberen Bildrand wegrücken
  4. Dynamikumfang und globale Farbstiche korrigieren
  5. Störende rote und grüne Farbstiche mindern
  6. Helle Spots sollten reduziert werden
  7. Hintergrund weichzeichnen um den Betrachter
    mehr auf den Wahlhai zu lenken
  8. Schwebeteilchen an denen sich Licht reflektiert

Arbeiten am Histogramm

Die Punkte 4 und 5 der Bildanalyse sind als erste dran? Insgesamt wurden drei Varianten der Histogramm-Korrektur ausprobiert. Das folgende Bild zeigt diese von rechts nach links.

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  1. Unbearbeitetes Bild
  2. Spreizen der Werte im Histogramm
  3. Automatisches Spreizen der drei Farbhistogramme
  4. Manuelle Korrektur des Histogramms getrennt für alle drei Farben, rot und grün werden deutlich zurückgenommen

Die gefälligste Variante ist Nummer 4 (ganz links), mit ihr wird weitergearbeitet.

Schwarz-Weiss-Version und Kanaltrennung

Wenn in Farbe alles verloren scheint ist manchmal die Transformation in Schwarzweiß die Rettung. Geübte machen das allerdings nicht über den Menüpunkt “In Graustufen wandeln” sondern über die Kanaltrennung des roten, grünen und blauen Kanals (von links nach rechts).

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Nach der Trennung staunt der Fotograf nicht schlecht. Nicht nur ist die Helligkeit erwartungsgemäß unterschiedlich verteilt, die einzelnen Kanäle wirken auch unterschiedlich.

  • Rot: wirkt sehr körnig, die Korallen erscheinen sehr detailreich, Rauschen in der dunklen Zeichnung des Walhais

  • Grün: wirkt sehr soft, sehr stark weichgezeichnet; der ferne Schweif des Walhai ist gut erkennbar

  • Blau: deutlich heller, zum rechten Rand hin störende Reflektionen an Partikeln, der Schweif des Walhais verliert an Sättigung

Die anschließenden Spielereien im Kanalmixer zeigen sehr interessante Ergebnisse, die Schwarzweißergebnisse werden wohl im späteren Resultat eingebaut.

Das Zwischenergebnis

entstand durch Kombination der bisherigen Schritte wie folgt:

  1. Unterste Ebene: Kanalauszug “Grün”
  2. Darüber: Kanalauszug “Rot” mit Ebenenmaske auf dem Walhai und 30% Transparenz
  3. Darüber: Bild mit manuell glattgezogenem Histogramm, ca. 40% Transparenz
  4. Darüber: Ebenenmaske auf dem Walhai, Farbsättigung, ca. 20% Transparenz

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Wie gehts weiter? Im zweiten Teil dieser Serie geht es dann weiter mit den Bearbeitungsschritten 2 und 3 sowie mit Einblicken in das Arbeiten mit Ebenen und Masken.

 

Inhaltsverzeichnis der Artikelserie Walhai

  1. Der Walhai, Teil 1: Analyse und Histogramm
  2. Der Walhai, Teil 2: Patchwork
  3. Der Walhai, Teil 3: Butter bei die Fische

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2 Antworten zu “Der Walhai, Teil 1: Analyse und Histogramm”

  1. Christoph sagt:

    Hi Uwe,
    da bin ich ja richtig gespannt auf die weiter Bearbeitung. Mal schauen, ob du das Bild gerettet bekommst. Wenn es was wird, muß ich mich wohl auch mal mit der Bildbearbeitung beschäftigen… Das man so was von einem Analogiker lernen muß…
    ;-)
    Christoph

  2. admin sagt:

    Na, dann hoffe ich das ich den Nerv treffe. Teil 2 ist übrigens gerade online gegangen: http://intermayer.com/?p=115

    Viele Grüße
    Uwe

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